Die deutsche Nationalmannschaft steht bei der EM in Spanien nach zwei Niederlagen in Folge mit dem Rücken zur Wand. Der ehemalige DBB-Co-Trainer Rolando Blackman kennt den Grund der Misere im Team von Dirk Bauermann. "Die Mannschaft muss realisieren, dass ihr Anführer Hilfe braucht", so Blackman.
Mit dem Anführer meint der heutige NBA-Scout logischerweise Dirk Nowitzki.
Bei den schwachen Vorstellungen seiner Mannschaft sticht der NBA-Star der
Dallas Mavericks hervor und versucht, das Team mitzureißen. "Der Unterschied
zu Deutschlands Team von 2002, das WM-Bronze holte, liegt darin, dass Dirk
noch dringender Hilfe braucht. Und die Frage ist, ob es Spieler in der
Mannschaft gibt, die dazu fähig sind", äußert Blackman gegenüber der "FAZ"
Bedenken.
Das Problem sei aber nicht die Qualität der Spieler, sondern eher die
psychische Last, die sich bei einer Europameisterschaft entwickelt, so der
US-Amerikaner. "Im Rampenlicht zu stehen bringt sehr viel Druck mit sich. Ich
weiß nicht, wer den Mut dazu hat. Aber es wird immer wichtiger, je besser die
Gegner werden. Litauen oder Spanien werden Dirk nicht einfach spielen lassen.
Um zu gewinnen, braucht er aggressive Helfer", analysierte der ehemalige
NBA-Spieler.
Favoriten Spanien und Litauen
Einen Vergleich zwischen europäischem und amerikanischem Basketball will
der 48-Jährige nicht ziehen. Sogar seinen EM-Favoriten Spanien und Litauen
traut er das Bestehen in der NBA nicht zu. "Sie würden vielleicht zehn oder 20
Spiele gewinnen. Dabei geht es aber weniger um Talent, sondern mehr um die
Frage, nach welchen Regeln man spielt", stellt der 48-Jährige die
unterschiedliche Spielweise auf den beiden Kontinenten heraus.
Dass es auch in der NBA bittere Niederlagen geben kann, musste Blackman in
der vergangenen Playoff-Serie mit Dallas Mavericks am eigenen Leib erfahren.
Als Favorit in der ersten Runde ausgeschieden, waren die "Mavs" dem Hohn und
Spott der gesamten Liga ausgesetzt: "Das wird uns begleiten, bis wir das
Gegenteil bewiesen haben. Die Schmach und der Schmerz werden unser Freund
sein. Egal, ob wir letztes Jahr 67 Spiele in der regulären Saison gewonnen
haben, die Leute werden immer auf das Erstrunden-Aus verweisen. Diese Wunde
wird noch das ganze Jahr schmerzen."
Quelle: Eurosport
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