Kaiserslauterns Trainer Kjetil Rekdal baut derzeit ein junges Team auf. "Wir brauchen Zeit", sagt er mit Blick auf die Tabelle. Die bundesliga.de-Analyse.
Zwölf Punkte hätten es sein können, nach vier Spieltage sind es lediglich
zwei - eine sehr dürftige Ausbeute für Kaiserslautern.
Schweres Auftaktprogramm
Die "Roten Teufel" hatten aber ein alles andere als leichtes Auftaktprogramm:
Zuhause gegen Bundesliga-Absteiger Borussia Mönchengladbach (1:1), auswärts bei
Tabellenführer 1860 München (1:3), wieder zuhause gegen die überraschend starken
Greuther Fürther (0:1) und schließlich das spannende Derby in Koblenz (2:2).
Es sprang kein Sieg für die "Betzebuben" heraus. Kjetil Rekdal mit einem
Erklärungsversuch: "Wir haben viele dumme Fehler gemacht."
Rekdal mahnt Fehler an
Besonders die Partie in Gladbach brachte den Norweger in Rage. "Nur eine Minute
nach unserem verdienten Führungstreffer gestatten wir dem Gegner ein völlig
überflüssiges Tor. Einen solchen Anfängerfehler darf man auf diesem Niveau nicht
machen", so der Trainer damals.
Eigentlich sind diese von Rekdal angesprochenen Fehler kein Wunder und waren zu
erwarten, wenn man sich einmal das Durchschnittsalter der Pfälzer anschaut: das
beträgt 23,17 Jahre.
Beda fordert Geduld
Der FCK stellt somit das jüngste und daraus resultierend das unerfahrenste Team
im deutschen Profifußball. "Die Mannschaft ist eben jung", sagt Kapitän Mathieu
Beda und fordert daher Geduld. Und Rekdal ergänzt: "Wir haben eine junge
Mannschaft und brauchen Zeit." Zeit, die sich noch bezahlt machen wird.
Denn trotz des durchwachsenen Saisonstarts ist im Team schon die Philosophie des
neuen Trainers zu erkennen: den Gegner früh attackieren, um Druck ausüben zu
können. Und: Rekdal legt viel Wert darauf, dass die einzelnen Positionen
gehalten werden.
Starke erste Halbzeit gegen 1860
Das alles funktionierte besonders in der ersten Halbzeit gegen 1860 München
hervorragend. So gut sogar, dass der FCK zur Halbzeit führte. In der zweiten
Halbzeit dann allerdings waren sie wieder da: die vielen dummen Fehler. Auch in
Koblenz war der FCK am Ende dem Sieg näher als die TuS.
Es braucht eben seine Zeit, bis sich alles so eingespielt hat, wie Rekdal es
sich vorstellt. Gerade bei einem derart jungen Team, wie derzeit in
Kaiserslautern. Dennoch ist es für Rekdal eine Herausforderung, der er sich
gerne stellt.
Rekdal der richtige Mann
Das sieht auch FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Buchholz so. "Wir sind
überzeugt, dass Kjetil Rekdal genau der richtige Mann am richtigen Platz ist.
Egal, was in nächster Zeit passiert!"
Dass der Trainer auf einem guten Weg ist, zeigt auch, dass es innerhalb der
Mannschaft stimmt. Die neuen Spieler Alexander Bugera und Patrice Bernier wurden
schnell ins Mannschaftsgefüge integriert und mauserten sich zu wichtigen
Führungsspielern.
Stammplätze erobert
Sebastian Stachnik, der von Hannover kam und eigentlich fürs Oberliga-Team
vorgesehen war, hat sich wegen seiner starken Auftritte mittlerweile sogar einen
Stammplatz bei den Profis erkämpft. Ebenso Erik Jendrisek, der die ersten drei
Spieltage in der Startelf stand und gegen Koblenz nach seiner Einwechslung zum
2:2-Ausgleich traf.
Es gibt also keinen Grund, trotz des mäßigen Saisonstarts die Köpfe hängen zu
lassen. Zumal am Freitag der SC Paderborn auf dem Betzenberg gastiert. Die
Westfalen haben noch kein Spiel gewonnen und außerdem als einzige Mannschaft im
Profifußball noch kein Tor erzielt.
Erster Sieg?
Daher ist für FCK-Schlussmann Florian Fromlowitz für diese Partie eines ganz
klar: "Wir müssen sehen, dass wir so schnell wie möglich da unten raus kommen",
sagt er. Und dazu muss aus Lauterer Sicht endlich der erste Saisonsieg her.
Quelle: bundesliga.de
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