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Handball: Rhein Neckar Löwen kämpfen um den Anschluß - Spitzenspiel gegen Kiel | 2007-09-12


Meister und Herausforderer: Das sollte eigentlich die Überschrift über das Duell zwischen den Rhen Neckar Löwen und dem THW Kiel werden, wenn es nach den Hausherren ginge. Dann allerdings kam die unerwartete Pleite in Essen dazwischen.

Ein herber Rückschlag für die Ambitionen der Mannschaft von Juri Schewzow. Im Duell gegen den THW Kiel geht es für die Badener um Wiedergutmachung.

Es fällt schwer, beim Aufeinandertreffen der heimischen Löwen und der auswärtigen Zebras in der Oase SAP-Arena nicht in nahe liegende Analogien zu verfallen. Die Kieler Zebras galoppierten zuletzt in beeindruckendem Tempo in der geschlossenen Herde ihren Gegnern davon. Ob ausgerechnet die zuletzt etwas schwerfälligen Löwen flink genug sind, um die Zebra-Herbe zu sprengen, das mag man getrost bezweifeln. Den Hunger der Löwen hat bekanntermaßen der Dompteur noch einmal um einiges erhöht – und seinem Rudel gleich mit auf den Weg gegeben, das man sich im heimischen Löwenzwinger etwas mehr Einsatz wünscht.

Abseits solcher Gedankenspiele steht allerdings zuallererst ein Handballspiel auf dem Programm. Mit den Rhein Neckar Löwen und Kiel treffen erstmals zwei Schwergewichte aufeinander. Alles ist drin für die Gastgeber, die den VfL Gummersbach demontiert haben, sich dann allerdings gegen Balingen schwer taten und in Essen scheiterten. „Wir werden kämpfen bis zum Umfallen und ganz bestimmt ein anderes Gesicht als in Essen zeigen. Dort haben wir riesigen Bockmist gebaut“, bekräftigt Kreisläufer Christian Schwarzer. Die Führungsqualität des Leitwolfes wird im Spitzenduell gefordert sein: „Gegen Kiel werden die Zuschauer den Spaß und die Leidenschaft bis in den Oberrang spüren. Die Mannschaft wird brennen.“

Brennt die Mannschaft, dann soll auch der Funke zum Publikum in der wohl ausverkauften Arena überspringen. „Unser fantastischer achter Mann soll auch gegen die Zebras den Ausschlag geben“, wünscht sich Löwen-Trainer Löwen-Trainer Juri Schewzow.

Für Keeper Henning Fritz steht ein besonderes Spiel an. In der letzten Saison noch in Kiel unter Vertrag, hat der Nationalheld eine neue Herausforderung gesucht und soll jetzt gemeinsam mit Slawomir Szmal der Abwehr der Löwen den Rücken stärken. „Auf jeden Fall müssen wir unsere Fehler minimieren und versuchen, die Partie lange offen zu halten“, fordert Fritz. Bei der Niederlage in Essen ging den Rhein-Neckar Löwen das mannschaftliche Spiel ab. „Einige meinen, sie müssten eine Begegnung sofort mit ein, zwei Einzelaktionen entscheiden. Aber Handball ist ein Mannschaftssport. Da geht es auch darum, sich an das Konzept des Trainers zu halten“, mahnt Henning Fritz. Der Warnschuss könnte aber auch für die Entwicklung der Mannschaft positive Wirkung haben, meint Fritz: „Ich gehe fest davon aus, dass alle aus dem Spiel in Essen gelernt haben.“

Interessant wird sein, wer sich im Spiel der Tempo-Handballer des THW gegen die Konzeptionshandballer der Rhein Neckar Löwen durchsetzen wird. Bedingungsloses Tempo im eigenen Angriff haben die Gastgeber bislang nicht unbedingt gezeigt. Wie die Kieler Defensive in die Breite bewegt werden kann, wird eine Herausforderung sein. Dass die Werfer Jurasik und Harbok genug Feuerkraft haben, um die Kieler aus der Abwehr heraus zu zwingen, steht zu erwarten. Ob sie dann allerdings Lösung im Spiel in die Tiefe finden, bleibt abzuwarten. Oleg Velyky, dessen große Stärke der Durchbruch ist, wird gefordert sein, hier entscheidende Lücken zu reißen, um zum einen Klimowets und Schwarzer am Kreis und zum anderen die Rückraumspieler in Szene zu setzen. Allerdings sind die Hausherren gut beraten, auch ihre Außen verstärkt ins Spiel einzubeziehen.

Für die Gäste wird der Weg zum Erfolg über ihre Abwehr führen. Im Umschalten sind die Kieler derzeit weltweit das Ende der Fahnenstange. Kann Omeyer mit dem Bollwerk vor ihm die Kronauer Werfer in schlechte Positionen bringen, dann werden die Hausherren arge Probleme bekommen. Abseits der hinlänglich bekannten Forderungen nach Kampf und Einsatz wird in diesem Spitzenspiel auch auf dem Prüfstand stehen, wieweit auf spielerisch-taktischer Ebene die Rhein Neckar Löwen bereits auf ihrem Weg in die Spitze als Mannschaft vorangekommen sind.



Quelle: handball-world.com