Mit dem 30:28 in Gummersbach hat die SG Flensburg-Handewitt die beiden ersten Big Points der neuen Spielzeit eingefahren und liegt mit 6:0 auf der Spur des THW Kiel.
Mit einem Sieg mit mehr als 20 Toren Differenz könnten die Flensburger den
Nordrivalen sogar von der Tabellenspitze verdrängen, doch so weit denkt
zumindest Flensburgs Trainer Kent-Harry Andersson nicht. "Kronau verliert in
Essen, Melsungen gewinnt in Lemgo oder auch der Punktgewinn der Berliner gegen
Gummersbach vergangenen Mittwoch. Das bestätigt mich in meiner Vorgehensweise,
die Mannschaft vor jeden Gegner zu warnen", so Kent-Harry Andersson gegenüber
Flensborg Avis.
Für die Balinger steht die erste Strapaze bereits auf dem Weg in den hohen
Norden auf dem Programm, fast 900km führen die Balinger vom einen Ende
Deutschlands an das andere. Nicht mit auf die Reise gehen wird der Koreaner Cho
Chi-Hyo, dem bereits das Gehen starke Schmerzen bereitet. Und GästeTrainer Rolf
Brack bangt auch um den Einsatz von Felix Lobedank, der über Kopf- und
Gliederschmerzen klagt. Die Reise werden die Balinger übrigens nicht mit dem Bus
antreten, am heutigen Mittwoch geht es per Flugzeug in Richtung Hamburg und von
dort dann weiter in Norden.
Sportlich liegt einiges zwischen den beiden Vereinen: Flensburg spielt in der
Champions League, Balingen gegen den Abstieg. Doch in der Vorbereitung zeigte
Balingen beim 29:32 gegen Flensburg, dass das Team durchaus in der Lage ist
mitzuhalten und auch die bisherigen Ergebnisse - knappe Niederlagen gegen
Magdeburg und die Rhein-Neckar-Löwen sowie ein 27:21 gegen GWD Minden - sind für
Balingen alles andere als ein Fehlstart. Eine Niederlage in Flensburg ist zudem
sicherlich in der diesjährigen Bilanz einkalkuliert, was aber keineswegs heißt,
dass Balingen als "Opfer" nach Flensburg fährt.
Gäste-Coach Rolf Brack will das Gastspiel in Flensburg vor allem dazu nutzen,
seine Mannschaft weiterzuentwickeln und fordert von ihr insbesondere ein gutes
Rückzugsverhalten, damit die gute erste Welle der Flensburger nicht zum Tragen
kommt. Aber auch das Ergebnis werden die Balinger nicht vollends aus den Augen
verlieren, zum einen um das bis jetzt gute Torverhältnis nicht zu gefährden, zum
anderen, um die Stimmung vor dem wichtigen Spiel gegen den Wilhelmshavener HV
hoch zu halten. In der vergangenen Saison gelang dies nicht, beim 27:42 in der
Campushalle und dem 28:39 im Heimspiel verlor Balingen jeweils mit zweistelliger
Differenz.
"Balingen ist stärker als in der vergangenen Saison. Sie haben nur knapp gegen
Magdeburg und Kronau verloren und deutlich gegen Minden gewonnen. Das muss für
uns Warnung genug sein", so Andersson unterdessen gegenüber Flensborg Avis und
der Flensburger Trainer weist zudem auf die unangenehme Defensive der Balinger
hin: "Außerdem spielen sie eine unangenehme 3-2-1-Deckung. Die spielt sonst
keine andere Mannschaft in der Liga." Der Respekt vor dem Gegner wird Andersson
aber nicht daran hindern, von seiner Mannschaft die zwei Pflichtpunkte in der
heutigen Partie zu fordern.
Quelle: handball-world.com
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