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Basketball: Eurobasket 2007 - Ein Spiel um die Zukunft | 2007-09-12


Dem schlechtesten Spiel der Ära Bauermann muss eines der besten folgen. Abzuhaken ist die Bankrotterklärung gegen Slowenien, um den Kopf frei zu haben für die EM-Wiederauferstehung gegen Italien. "Wir müssen uns fragen", so der deutsche Punktegarant Dirk Nowitzki, "ob wir noch genug Stolz haben."

In der Tageszeitung "Die Welt" stellte die Überfigur des deutschen Basketballs eine weitere Grundsatzfrage: "Ist noch Kampfkraft da, oder schmeißen wir das Handtuch?"

Coach Dirk Bauermann, unter dem 2005 EM-Silber errungen worden war, hat den Glauben an seine gealtert wirkenden Jungs absolut nicht verloren. Im Interview mit dem ZDF-"Morgenmagazin" erinnerte der Bamberger Bundesligatrainer voller Zuversicht an die zweite Vorrunden-Paarung mit der Türkei, als die DHB-Auswahl mit 30 Zählern Differenz (79:49) die Oberhand behalten hatte. Daran soll abgelesen werden, dass Nowitzki und Co. noch immer keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchten.

Das 47:77 gegen Slowenien - wiederum eine Kluft von 30 Punkten - brachte eine ganz andere Wahrheit an den Tag. Jene, dass der Zenit einer erfolgreichen Generation überschritten ist. Der olympische Traum, den sich vor allem NBA-Ausnahmeerscheinung Nowitzki zu Beginn seines dritten Lebensjahrzehnts noch erfüllen möchte, droht nach einer alle Beteiligten beschämenden Vorstellung zu zerplatzen: "Wir haben uns abschießen lassen."

Den Auftakterfolgen über Tschechien und die Türkei folgten drei Niederlagen gegen Litauen, Frankreich und eben Slowenien, die einen steten Abwärtstrend des Teams beschrieben. Bauermanns Pariole, nochmals alle Kräfte zu aktivieren, um die Runde der letzten Acht und damit die Spiele in Peking 2008 nicht zu verpassen, klingt arg nach Zweckoptimismus.

Eine Stunde lang redeten sie im Mannschaftshotel nach der historischen Pleite Tacheles, Trainer und Spieler. Bauermann ist überzeugt, gegen Italien eine triumphale Rückkehr ins sportliche Leben geboten zu bekommen - mitsamt des Anhangs, der lieber nicht über die Folgen eines Misslingens nachdenken sollte.

Dann beendeten die Italiener, die den Sieg ihrerseits benötigen, um im Rennen um die Olympia-Qualifikation (nur Weltmeister Spanien ist gesetzt) zu verbleiben. Unser südlicher Nachbar unterlag den Slowenen nur mit einem Zähler, distanzierte aber auch die Türken nur um neun Punkte.

Womit sich die deutsche Mannschaft nicht beschäftigen sollte, ist die Unsicherheit hinsichtlich des Weges nach Peking, die der Weltverband Fiba mit seinem Informationsschreiben an die Mitgliedsländer streute. Das ursprünglich vorgesehene Qualifkationsturnier vom 7. bis 13. Juli 2008, das vier europäischen Teams unter insgesamt zwölf Bewerbern die letzte Chance auf drei Flugtickets hatte geben sollen, scheint auszufallen. Statt der besten zwei würden dann die besten vier Platzierten der EM Olympia als Teilnehmer erleben - ohne absichernde Hintertür.



Quelle: Eurosport