Während in Paris die F1-Welt auf eine Entscheidung wartete, war in Spa die
Formel 1 beinahe so wie die Formel 1 immer ist. Kimi Räikkönen war auch nach wie
vor Kimi Räikkönen und stellte sich in seiner gewohnten Manier den Medien. Zwar
wurde er auch über den Spionagefall befragt, doch wollte er dazu nichts sagen,
bis es keine Entscheidung gibt. Bei Räikkönen ging es um Racing, was irgendwie
erfrischend war. Auch der Finne meinte: "Es hat sich nichts geändert. Wir werden
es weiter versuchen, unser Bestes geben und probieren, Rennen zu gewinnen."
Für Spa ist Räikkönen jedenfalls verhalten zuversichtlich, da es beim Test
zwar schwieriges Wetter gab, das Auto aber schnell war. Dennoch merkte er an,
dass es eben nur ein Test war und der bereits ein Monat her sei. In der
Zwischenzeit hätten alle Teams nachgelegt. "Ich denke aber, wir sollten in
besserer Verfassung sein als in Monza. Morgen werden wir es sehen und dann
einfach weitermachen", sagte er. Räikkönen gab aber zu, dass das Team nach dem
Rennen in Monza nicht besonders glücklich war, auch wenn man von den Tests in
Italien wusste, dass die McLaren stark sein würden. "Wir erwarteten, etwas
näher dran zu sein und im Rennen stärker zu sein als im Qualifying."
Die Änderungen an der Strecke sah der Finne mehr oder weniger kritisch. Die
Boxeneinfahrt behagt ihm nicht so, obwohl es bei den Tests keine Probleme gab
- da wurde aber auch nicht mit voller Geschwindigkeit auf die enge Passage
zugefahren. "Wenn jemand ein Problem hat und an die Box muss, dann kommt
keiner vorbei, das ist das größte Problem", erklärte er. Die Bus Stop Schikane
hat sich ebenfalls verändert, auch wenn sie laut Räikkönen nicht viel anders
ist. "Sie hat eine etwas andere Form, aber für die Autos ist es genau das
gleiche. Ich ziehe die alte Form vor, so wie sie war, als ich das erste Mal
herkam. Eine Kurve macht aber nicht den großen Unterschied."
Die Eau Rouge hat sich äußerlich zwar nicht verändert, aber die Autos sind
anders geworden, weswegen sie laut Räikkönen zwar immer noch Spaß macht, aber
früher eben noch fordernd und beängstigend war. "Jetzt ist sie zwar immer noch
eine Kurve, aber in den Formel 1-Autos ist sie keine große Herausforderung."
Für Ferrari liegt die größere Herausforderung momentan bei der
Zuverlässigkeit, wie auch der Finne eingestehen musste. "Wir arbeiten die
ganze Zeit, um das zu verbessern. Es war nicht so schlimm wie bei anderen,
aber es kostet uns zu viele Punkte. Das ist sicher ein Bereich, in dem wir uns
in der Zukunft verbessern müssen", meinte er.
Sein Ziel ist deswegen aber nicht anders geworden. "Ich will so oder so
gewinnen. Wir versuchen es immer, aber es ist nicht einfach. Wir machen
einfach weiter und dann sehen wir, wo uns das hinbringt." Spa scheint
jedenfalls ein gutes Pflaster zu sein, wo er das umsetzen kann. 2004 und 2005
hat er hier gewonnen und seine Zuneigung zu dem Kurs ist nach wie vor groß.
"Ich habe die Strecke immer gemocht. Ich war hier immer ganz gut und wir
hoffen, dass wir es dieses Mal wieder schaffen. Ich genieße einfach die
Strecke."