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Fussball: Die Letzten sind die Ersten | 2007-09-13


Der MSV Duisburg galt vor Anpfiff der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins. Das liegt in der Natur der Sache, schließlich sind die "Zebras" in der vergangenen Zweitliga-Saison als letzter Club auf den Aufstiegszug gesprungen.

Die Freude über die sofortige Bundesliga-Rückkehr war beim MSV im Mai natürlich riesig, doch schon kurz darauf machten sich die Verantwortlichen an die Arbeit, für die gehobenen Ansprüche den Kader sinnvoll zu verstärken. Zwölf neue Spieler wechselten an den Niederrhein, sieben Abgänge standen ihnen gegenüber.

Geschlossene Mannschaft

Trainer Rudi Bommer als absoluter Fachmann verstand es, junge und neue Spieler schnell zu integrieren und deren Leistungspotenzial völlig herauszukitzeln. Binnen weniger Wochen hat er es geschafft, eine geschlossene Mannschaft zu formen. Die Früchte seiner Arbeit erntete Bommer bereits am 1. Spieltag, als die Duisburger mit 3:1 bei Borussia Dortmund triumphierten.

Die Leistung der "Zebras" war keine Eintagsfliege, wie sich kurz darauf herausstellte. Nach dem 1:3-Ausrutscher gegen den VfL Wolfsburg musste der Deutsche Meister VfB Stuttgart schon sein ganzes Können in die Waagschale werfen, um den Aufsteiger mit 1:0 im Zaum zu halten. Und Arminia Bielefeld, eines der bisherigen Überraschungsteams der Bundesliga, bekam von den Bommer-Schützlingen vor zwei Wochen mit 0:3 eine deutliche Abfuhr.

Grlic: "Wir unternehmen sehr viel. Das ist das größte Plus"

Warum es so gut beim MSV läuft, dass der Club derzeit auf Rang 8 als bester Aufsteiger ausgewiesen wird, beantwortet Mittelfeldstratege Ivica Grlic: "Wir haben mehr Klasse im Kader, die Positionen sind doppelt besetzt. Es herrscht auch eine größere Geschlossenheit, wir unternehmen sehr viel. Das ist das größte Plus."

Ein weiterer Verdienst von Rudi Bommer, dem der Zusammenhalt seiner Mannschaft sehr am Herzen liegt. Darum redet er auch enorm viel mit den Spielern. Auch mit denen, die zurzeit hinten dran stehen wie Starstürmer Ailton.

Ishiaku erobert Stammplatz

Der Brasilianer, vor der Saison von Roter Stern Belgrad gekommen, spielte von möglichen 360 Minuten gerade mal 55. Er steht derzeit im Schatten von Manasseh Ishiaku, der den Stammplatz im Sturmzentrum erobert hat.

Der einstige Angreifer des FC Brügge hat sich sofort in der Bundesliga zurecht gefunden und ließ es in den ersten vier Spieltagen vier Mal knallen. Dadurch schob sich Ishiaku an die Spitze der Torschützenliste und in den Mittelpunkt des Medieninteresses.

Kollegiales Verhalten

Der 24-Jährige stiehlt Ailton die Show, doch der Star nimmt es ohne Murren hin - was wenige für möglich gehalten haben, schließlich war Ailton bei seinen vorherigen Stationen Werder Bremen, FC Schalke 04 und Hamburger SV stets als eine Art Lautsprecher bekannt.

Auch das ist ein Verdienst von Bommer, der zugibt: "Ich rede jeden Tag mit Ailton." Der MSV-Trainer bescheinigt dem "Kugelblitz" ein kollegiales Verhalten und engagierte Trainingsleistungen. Diesen Eindruck hat auch Ivica Grlic gewonnen: "Ailton hat keine Star-Allüren und zieht absolut mit."

Ailton droht die Tribüne

Dass der Brasilianer so selten eingesetzt wurde, begründet Trainer Bommer wie folgt: "Ailton braucht Räume für sein Spiel. Und diese Räume hatten wir bislang nicht."

Und Ailton akzeptiert die Tatsache, dass er selten spielt. Im anstehenden Heimspiel der Duisburger gegen Hertha BSC am Sonntag wird das nicht anders sein. Ganz im Gegenteil: Ailton könnte sich gar auf der Tribüne wiederfinden. Dies hat aber einen einfachen Grund: Wegen familiärer Probleme fehlte Ailton zuletzt eine Woche im Training.



Quelle: bundesliga.de