Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen am dritten Spieltag der 2. Handballbundesliga kaum sein.
Während die heimische HSG Gensungen/Felsberg bei der HG
Oftersheim/Schwetzingen völlig unter die Räder kam (32:20), thront der
Aufsteiger HSC 2000 Coburg mit Trainer Hrvoje „Cveba“ Horvat bisher ungeschlagen
an der Tabellenspitze. Mit furiosem Angriffshandball triumphierten die Coburger
erst bei der TSG Friesenheim (28:34), um dann das Spitzenteam des TV
Willstätt/Ortenau mit 33:27 locker in die Schranken zu weisen.
Schmerzliche Erfahrungen mit den Vestestädtern sammelte die HSG
Gensungen/Felsberg bereits in der 1. DHB-Pokalhauptrunde, als die Edertaler mit
26:22 den Kürzeren zogen. Dennoch gibt Trainer Hrvoje Horvat vorsichtig den
frühzeitigen Klassenerhalt als primäres Saisonziel aus. Und danach? „Stillstand
ist Rückschritt.“, heißt das Motto des ambitionierten Präsidenten Norbert
Kastner, der langfristig den Sprung in die 1. Liga plant. Trainer Horvat bringt
die Euphorie in Coburg treffend auf den Punkt: "Wir haben eine gute Kombination
aus erfahrenen Spielern und jungen Leuten, die Schnelligkeit in die Mannschaft
bringen. Das ist eine gesunde Mischung. Coburg, das ganze Umfeld ist sicher in
der Lage, eine Erstligamannschaft zu organisieren. Gerade mit unserem
Hauptsponsor HUK Coburg, einer großen Versicherungsgruppe und vielen anderen
Sponsoren im Rücken. Zudem ist der Verein sehr gut strukturiert, ich fühle mich
hier mit meiner Frau sehr wohl.“
Vater des Erfolges beim HSC 2000 Coburg ist Hrvoje „Cveba“ Horvat. Als Spieler
war er Olympiasieger und mehrfach in der Weltauswahl, weltbester Aufbauspieler
seiner Zeit. Jetzt verrichtet die Handballlegende Großes auf der Trainerbank
beim Aufsteiger HSC 2000 Coburg. Mit weitsichtiger Transferpolitik setzt er voll
auf die Ausgeglichenheit im Kader, achtet aber akribisch darauf dass die
Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern stimmt. Die mannschaftliche
Geschlossenheit, das größte Plus der Aufsteigermannschaft, soll auch in dieser
Saison ein Garant für den Erfolg sein. Dementsprechend legte Horvat auch bei der
Verpflichtung der Neuzugänge großen Wert darauf, dass sie menschlich ins Team
passen. Neben der spielerischen Überlegenheit war es insbesondere dieser Faktor,
der den Erfolg in der Vorsaison und damit den Aufstieg sicherte.
Besonders die Rückraumachse mit Goalgetter Anton Lakisa auf halblinks, Christian
Pack im Spielaufbau und Routinier Vladimir Suma auf der halbrechten Position
prägen das Angriffsspiel der Franken. Besonders der weißrussische
Ausnahmehandballer Lakisa setzte in den ersten beiden Saisonspielen mit
insgesamt 19 Treffern gleich ein erstes deutliches Ausrufezeichen in der neuen
Spielklasse. Ausgestattet mit einem guten Wurfrepertoire agiert er enorm
torgefährlich im Rückraum, zudem bedient er mit gutem Auge auch
mannschaftsdienlich seine Mitspieler. Als sichere Bank erweist der Routinier
sich auch vom Siebenmeterpunkt. Zu den weiteren Aktivposten zählt auf der
Rechtsaußenposition Ronny Göhl, früher ThSV Eisenach, der besonders im
Tempogegenstoß seine Stärken ausspielt. Ergänzend sollen die Neuzugänge Matthias
Werner, Michael Werner (beide HaSpo Bayreuth) und Matthias Briem (TSV Deizisau)
für die dringend notwendige Entlastung der Routiniers sorgen. Defensiv solide
agieren die Franken in einer 3:2:1-Abwehrformation mit Kapitän Florian Lendner
als „störende“ Speerspitze, hinter der norwegische Torhüter Havard Martinsen,
ehemals HSC Bad Neustadt, sich derzeit in Topform präsentiert. An seiner Seite
schafft Neuzugang René Selke (vom TBV Lemgo) im Tor für den nötigen
Konkurrenzkampf.
Für die Grün/Gelben gilt es in der Trainingswoche weiter gerade im Angriffsspiel
den Hebel anzusetzen, um entsprechenden Druck auf die Coburger Abwehr auszuüben.
Gerade in der Chancenverwertung liegen enorme Steigerungspotentiale, zumal
HSC-Keeper Martinsen bestechende Form aufweist. Besonders die Vielzahl der
leichten Ballverluste (technische Fehler; Fehlpässe) müssen minimiert werden,
auch um den gegnerischen Tempogegenstoß zu stoppen. Defensiv greift man wohl auf
die bewährte 3:2:1-Deckung zurück, die zwingend Stabilität zeigen muss, um gegen
die wurfgewaltigen Rückraumakteure des HSC 2000 Coburg zu bestehen. „Leider
haben wir nach ordentlicher Anfangsphase besonders im Angriffspiel in
Schwetzingen unsere Linie verloren. Gegen die offensive Abwehrformation der HG
Oftersheim/Schwetzingen agierten wir lethargisch, ohne Bewegung im Spiel hatten
wir nicht den Hauch einer Chance. Daran müssen wir im Hinblick auf Samstag mit
Hochdruck arbeiten. Coburg ist nicht der typische Aufsteiger, der von Beginn an
um die Existenz kämpfen muss. Es ist eine Mannschaft, die für die eine oder
andere weitere Überraschung sorgen kann und vor allen Dingen von der Heimstärke
leben wird. Schon in der vergangenen Saison hatte Coburg eine zweitligareife
Mannschaft und ist eingespielt.“, analysiert HSG-Regisseur Frank Eidam die
Ausgangslage vor dem wichtigen Heimspiel.
Personell gab es unter der Woche leider eine Hiobsbotschaft. HSG-Kreisläufer
Stephan Fichtner verletzte im Training schwer am Knie (Kreuzbandriss) und muss
von Dr. Gerd Rauch in Kürze operiert werden. Ein kleiner Lichtblick bei der
Niederlage in Oftersheim/Schwetzingen war der beherzte Auftritt von Youngster
Michael Horn, der mit drei sehenswerten Treffern überzeugte. Bei voller
Konzentration und großer Kampfbereitschaft setzen die Grün/Gelben auf schon
vermisste Heimstärke und werden versuchen die wichtigen Punkte in Nordhessen zu
halten.
Selbstverständlich besteht auch diesmal die Möglichkeit im Vorverkauf
Eintrittskarten zu erwerben. Unter der Tickethotline 05662/1765 bei Frau
Marianne Pfaff, Annastr. 13, 34587 Felsberg kann man die begehrten
Eintrittskarten reservieren und erwerben. Weiterhin ist auch die Abendkasse vor
Ort rechtzeitig geöffnet
Quelle: handball-world.com
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