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Handball: Spitzenreiter HSC 2000 Coburg kommt nach Gensungen | 2007-09-13


Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen am dritten Spieltag der 2. Handballbundesliga kaum sein.

Während die heimische HSG Gensungen/Felsberg bei der HG Oftersheim/Schwetzingen völlig unter die Räder kam (32:20), thront der Aufsteiger HSC 2000 Coburg mit Trainer Hrvoje „Cveba“ Horvat bisher ungeschlagen an der Tabellenspitze. Mit furiosem Angriffshandball triumphierten die Coburger erst bei der TSG Friesenheim (28:34), um dann das Spitzenteam des TV Willstätt/Ortenau mit 33:27 locker in die Schranken zu weisen.

Schmerzliche Erfahrungen mit den Vestestädtern sammelte die HSG Gensungen/Felsberg bereits in der 1. DHB-Pokalhauptrunde, als die Edertaler mit 26:22 den Kürzeren zogen. Dennoch gibt Trainer Hrvoje Horvat vorsichtig den frühzeitigen Klassenerhalt als primäres Saisonziel aus. Und danach? „Stillstand ist Rückschritt.“, heißt das Motto des ambitionierten Präsidenten Norbert Kastner, der langfristig den Sprung in die 1. Liga plant. Trainer Horvat bringt die Euphorie in Coburg treffend auf den Punkt: "Wir haben eine gute Kombination aus erfahrenen Spielern und jungen Leuten, die Schnelligkeit in die Mannschaft bringen. Das ist eine gesunde Mischung. Coburg, das ganze Umfeld ist sicher in der Lage, eine Erstligamannschaft zu organisieren. Gerade mit unserem Hauptsponsor HUK Coburg, einer großen Versicherungsgruppe und vielen anderen Sponsoren im Rücken. Zudem ist der Verein sehr gut strukturiert, ich fühle mich hier mit meiner Frau sehr wohl.“

Vater des Erfolges beim HSC 2000 Coburg ist Hrvoje „Cveba“ Horvat. Als Spieler war er Olympiasieger und mehrfach in der Weltauswahl, weltbester Aufbauspieler seiner Zeit. Jetzt verrichtet die Handballlegende Großes auf der Trainerbank beim Aufsteiger HSC 2000 Coburg. Mit weitsichtiger Transferpolitik setzt er voll auf die Ausgeglichenheit im Kader, achtet aber akribisch darauf dass die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern stimmt. Die mannschaftliche Geschlossenheit, das größte Plus der Aufsteigermannschaft, soll auch in dieser Saison ein Garant für den Erfolg sein. Dementsprechend legte Horvat auch bei der Verpflichtung der Neuzugänge großen Wert darauf, dass sie menschlich ins Team passen. Neben der spielerischen Überlegenheit war es insbesondere dieser Faktor, der den Erfolg in der Vorsaison und damit den Aufstieg sicherte.

Besonders die Rückraumachse mit Goalgetter Anton Lakisa auf halblinks, Christian Pack im Spielaufbau und Routinier Vladimir Suma auf der halbrechten Position prägen das Angriffsspiel der Franken. Besonders der weißrussische Ausnahmehandballer Lakisa setzte in den ersten beiden Saisonspielen mit insgesamt 19 Treffern gleich ein erstes deutliches Ausrufezeichen in der neuen Spielklasse. Ausgestattet mit einem guten Wurfrepertoire agiert er enorm torgefährlich im Rückraum, zudem bedient er mit gutem Auge auch mannschaftsdienlich seine Mitspieler. Als sichere Bank erweist der Routinier sich auch vom Siebenmeterpunkt. Zu den weiteren Aktivposten zählt auf der Rechtsaußenposition Ronny Göhl, früher ThSV Eisenach, der besonders im Tempogegenstoß seine Stärken ausspielt. Ergänzend sollen die Neuzugänge Matthias Werner, Michael Werner (beide HaSpo Bayreuth) und Matthias Briem (TSV Deizisau) für die dringend notwendige Entlastung der Routiniers sorgen. Defensiv solide agieren die Franken in einer 3:2:1-Abwehrformation mit Kapitän Florian Lendner als „störende“ Speerspitze, hinter der norwegische Torhüter Havard Martinsen, ehemals HSC Bad Neustadt, sich derzeit in Topform präsentiert. An seiner Seite schafft Neuzugang René Selke (vom TBV Lemgo) im Tor für den nötigen Konkurrenzkampf.

Für die Grün/Gelben gilt es in der Trainingswoche weiter gerade im Angriffsspiel den Hebel anzusetzen, um entsprechenden Druck auf die Coburger Abwehr auszuüben. Gerade in der Chancenverwertung liegen enorme Steigerungspotentiale, zumal HSC-Keeper Martinsen bestechende Form aufweist. Besonders die Vielzahl der leichten Ballverluste (technische Fehler; Fehlpässe) müssen minimiert werden, auch um den gegnerischen Tempogegenstoß zu stoppen. Defensiv greift man wohl auf die bewährte 3:2:1-Deckung zurück, die zwingend Stabilität zeigen muss, um gegen die wurfgewaltigen Rückraumakteure des HSC 2000 Coburg zu bestehen. „Leider haben wir nach ordentlicher Anfangsphase besonders im Angriffspiel in Schwetzingen unsere Linie verloren. Gegen die offensive Abwehrformation der HG Oftersheim/Schwetzingen agierten wir lethargisch, ohne Bewegung im Spiel hatten wir nicht den Hauch einer Chance. Daran müssen wir im Hinblick auf Samstag mit Hochdruck arbeiten. Coburg ist nicht der typische Aufsteiger, der von Beginn an um die Existenz kämpfen muss. Es ist eine Mannschaft, die für die eine oder andere weitere Überraschung sorgen kann und vor allen Dingen von der Heimstärke leben wird. Schon in der vergangenen Saison hatte Coburg eine zweitligareife Mannschaft und ist eingespielt.“, analysiert HSG-Regisseur Frank Eidam die Ausgangslage vor dem wichtigen Heimspiel.

Personell gab es unter der Woche leider eine Hiobsbotschaft. HSG-Kreisläufer Stephan Fichtner verletzte im Training schwer am Knie (Kreuzbandriss) und muss von Dr. Gerd Rauch in Kürze operiert werden. Ein kleiner Lichtblick bei der Niederlage in Oftersheim/Schwetzingen war der beherzte Auftritt von Youngster Michael Horn, der mit drei sehenswerten Treffern überzeugte. Bei voller Konzentration und großer Kampfbereitschaft setzen die Grün/Gelben auf schon vermisste Heimstärke und werden versuchen die wichtigen Punkte in Nordhessen zu halten.

Selbstverständlich besteht auch diesmal die Möglichkeit im Vorverkauf Eintrittskarten zu erwerben. Unter der Tickethotline 05662/1765 bei Frau Marianne Pfaff, Annastr. 13, 34587 Felsberg kann man die begehrten Eintrittskarten reservieren und erwerben. Weiterhin ist auch die Abendkasse vor Ort rechtzeitig geöffnet



Quelle: handball-world.com