Die Trophäe ist nicht schön, aber wertvoll - und für Nadine Krause ein Meilenstein auf dem Weg zu künftigen Erfolgen. Als erste deutsche Welthandballerin will die Nationalspielerin nun zum großen Coup ausholen. «Der Titel ist eine tolle Sache, aber nur ein weiterer Schritt in meiner Entwicklung. Ich will noch mehr», sagte die 25-Jährige am Mittwochabend in Kopenhagen, wo ihr die Auszeichnung überreicht wurde. Dabei spielte es für sie keine Rolle, dass ihr eine Zweitversion des Pokals übergeben werden musste: Beim Original war während des Transports der Fuß abgebrochen.
Für Nadine Krause, Torschützenkönigin der WM 2005 in St. Petersburg und der
EM 2006 in Schweden, kam die Wahl zur Welthandballerin unerwartet. «Es war schon
überraschend für mich, als ich erfuhr, das ich gewonnen habe», sagte Krause, die
den mächtigen Ehrenpokal vor der Partie des FC Kopenhagen gegen Fredrikshavn
überreicht bekam. «Ich war schon etwas nervös, aber nicht wegen der Ehrung vor
der Partie. Es war mein erstes Heimspiel für den FCK, und zudem standen wir nach
der Auftakt-Niederlage schon unter Druck», sagte die Rückraumspielerin.
Seit rund zwei Monaten lebt Krause nun in Dänemark. Vor dieser Saison war sie
vom Bundesligisten Bayer Leverkusen in die stärkste Frauen-Liga der Welt zum FC
Kopenhagen gewechselt. «Die Mannschaft und das Umfeld machen alles, damit man
sich schnell integrieren kann», berichtete die Schwäbin. Mit ihr und
Auswahl-Kollegin Maren Baumbach (vorher DJK/MJC Trier) will Kopenhagen in die
Phalanx der vier besten Mannschaften Dänemarks eindringen. Die ersten Schritte
sind getan: Im Pokal stehen Krause & Co. im Halbfinale, in der Liga gelang am
Mittwochabend auch dank neun Treffer der Welthandballerin der erste Erfolg
(31:26). «Nadine hat sich bis jetzt schon toll entwickelt», lobte Kopenhagens
Trainer Thomas Hylle seinen Neuzugang.
Aber das Abenteuer Dänemark und die Ehrung als Welthandballerin sollen für die
117-malige Nationalspielerin nur ein Zwischenschritt ihrer Entwicklung sein.
«Ich bin noch lange nicht am Zenit, ich habe noch viel vor, es gibt noch einige
Titel, die ich noch gewinnen will», sagte die ehemalige Leverkusenerin, die je
einmal DHB-Pokalsiegerin und Europapokalsiegerin wurde aber noch nie die
deutsche Meisterschaft erringen konnte.
Nun will Krause auf internationaler Ebene angreifen im Dezember bei der
Weltmeisterschaft in Frankreich soll das langersehnte Edelmetall her. «Wir waren
bei der EM 2006 so nahe dran, jetzt sind wir reif für eine Medaille», meinte die
Rechtshänderin nach Platz vier in Stockholm. «Viel lieber hätte ich meine
Torjägerkrone gegen eine Medaille getauscht aber was nicht ist, kann ja noch
werden.»
Quelle: handball-world.com
|