Mit einem 67:58 (27:27)-Zittersieg über Italien haben sich Deutschlands Basketballer als Vierte der Zwischenrundengruppe F für das Viertelfinale der EM in Madrid qualifiziert. Dort trifft das Team um Dirk Nowitzki am Donnerstag (21:30 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) auf Gastgeber Spanien.
Mit dem Erfolg vor 7.000 Zuschauern in der Madrid Arena wahrte die Mannschaft
von Bundestrainer Dirk Bauermann ihre Chance auf ein Olympia-Ticket für Peking
2008. Dabei waren die Voraussetzungen für Deutschland alles andere als gut. In
den Köpfen steckte noch die 47:77-Klatsche gegen Slowenien, darüber hinaus gab
es in 16 Spielen gegen Italien noch keinen Erfolg.
Für beide Teams ein "Endspiel"
Auch Italien brauchte einen Sieg, wenn das Team von Trainer Carlo Recalcati
nicht schon den Heimflug antreten wollte. Entsprechend nervös und hektisch
agierten die Kontrahenten, denen viele Flüchtigkeitsfehler unterliefen. Italien
führte schnell mit 4:0. Doch Deutschland zeigte sich vor allem in der Defensive
stark und holte sich durch den ansonsten schwachen Ademola Okulaja beim 8:6 (7.
Minute) erstmals die Führung. Die Azzurri konterten und bauten ihren Vorsprung
durch zwei Dreipunktwürfe des überragenden Marco Belanelli auf 18:12 aus.
Sprunggelenk-Verletzung bei Belinelli
Doch im Gegensatz zur Partie gegen Slowenien ließen die Deutschen den Kopf
nicht hängen. Steffen Hamann übernahm nun mehr Verantwortung und markierte mit
viel Zug zum Korb das 21:20. Von nun an wechselte die Führung von Minute zu
Minute, ohne dass die Begegnung ein spielerisches Highlight war.
Große Hektik kam auf, als Belinelli, NBA-Profi bei den Golden State Warriors,
mit einer Sprunggelenk-Verletzung auf die Bank musste. Kurz vor der Pause gelang
Mithat Demirel der erste erfolgreiche Dreier der Deutschen - zur Halbzeit stand
es 27:27. Auf beiden Seiten betrug die Wurfquote bis zur Pause nur 31 Prozent.
Herber nervenstark
Belinelli nahm mit einem dick bandagierten linken Knöchel zunächst auf der
Bank Platz. Nach einem tollen Dreier von Johannes Herber kam der italienische
Superstar aber Mitte des dritten Viertels auf das Parkett zurück. Doch es war
Herber, der dem Durchgang seinen Stempel aufdrückte. Superstar Nowitzki von den
Dallas Mavericks fehlte weiter das Wurfgefühl, während der 24-Jährige keine
Nerven zeigte. Mit seinen 12 Punkten im dritten Viertel sorgte der Spieler von
Alba Berlin dafür, dass Deutschland nach 30 Minuten mit 46:37 vorne lag.
Doch Italien wollte seine letzte Chance auf das Viertelfinale nutzen.
Belinelli und Andrea Bargnani brachten die Azzurri bis auf 45:48 heran, ehe
Nowitzki mit zwei Dreipunktwürfen binnen weniger Minuten glänzte. Doch auch
Bargnani war von der Dreierlinie treffsicher und verkürzte auf 52:54. Beim
nächsten Angriff wurde Nowitzki gedoppelt, fand aber den freistehenden Herber,
der die Nerven behielt und zum 57:52 traf.
Nowitzki und Roller machen Sieg perfekt
Es blieb aber weiter spannend, da vor allem Belinelli und Bargnani dagegen
hielten. Wichtige Körbe gelangen Steffen Hamann mit einem beherzten Korbleger
und Jan-Hendrik Jagla im Nachfassen, ehe Nowitzki von der Freiwurflinie zum
vorentscheidenden 63:56 erhöhte. Zwar zwangen die Italiener in den
Schlusssekunden Pascal Roller an die Freiwurflinie, doch der Frankfurter
versenkte alle vier Würfe zum 67:58-Endstand.
"Dass ist ein tolles Zeichen", freute sich Bundestrainer Dirk Bauermann über
die Schützenhilfe für Nowitzki. "Es gab heute viele Helden." Herber wehrte sich
gegen das Attribut "Matchwinner". "Jeder musste seinen Teil dazu beitragen",
sagte der 24-Jährige. "Dirk Bauermann hat einen großen Anteil daran, aber es kam
auch von innen - wir wollten gewinnen." Vor dem Viertelfinale gegen Spanien vor
rund 16.000 fanatischen Fans ist dem Berliner nicht Bange. "Was Schöneres kann
es nicht geben. Wir können da ganz locker reingehen, und wir haben eine kleine
Chance."
Quelle: Eurosport
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