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Fussball: "Man braucht Zeit und Geduld!" | 2007-09-15


Lucien Favre ist seit Saisonbeginn neuer Trainer bei Hertha BSC Berlin. Der Schweizer Erfolgs-Coach über seine Pläne im bundesliga.de-Interview.

Mit Lucien Favre soll nach den letzten wenig befriedigenden Ergebnissen der vergangenen Jahre ein Neuanfang beim Hauptstadtclub gemacht werden. 13 Spieler gingen, sechs neue und einige Rückkehrer bilden jetzt das Gerüst für den Coach, der in der Schweiz sehr erfolgreich gearbeitet hatte.

bundesliga.de: Lucien Favre, wie gefällt ihnen die Arbeit in der Bundesliga bislang?

Lucien Favre: Es gefällt mir sehr, sehr gut. Für mich als Trainer bleibt es auf dem Platz ziemlich gleich, aber in Deutschland ist es etwas ganz anders. Das ist eine ganz andere Stimmung in der Bundesliga, die Leute haben Fußball sehr gern. In der Schweiz auch, aber ein Vergleich mit der Schweiz ist schwierig.

bundesliga.de: Wie beschreiben Sie denn ihre Fußballphylosphie als Trainer?

Favre: Als Spieler habe ich fast jede Position gespielt: Stürmer, Mittelfeldspieler, Innenverteidiger – deshalb habe ich auch sehr gerne polyvalente Spieler. Aber es ist im Leben wie im Fußball dasselbe: es geht immer schneller und schneller, deshalb musst du Spieler haben die schnell sind, die beidfüßig sind und wenn sie das schon mitbringen kannst du auch schneller spielen.

bundesliga.de: Hertha BSC befindet sich im Umbruch. Muss das Umfeld, müssen die Fans auch ein bisschen Geduld haben?

Favre: Ja, mein Ziel ist es, ein Mannschaft aufzubauen, die einmal um den Titel mitspielen kann. Aber klar ist auch, dass man ein bisschen Zeit und Geduld braucht. Bei meiner letzten Station in Zürich haben wir es zum Beispiel so gemacht, dass wir alle sechs Monate ein oder zwei neue Spieler verpflichtet haben – und nach eineinhalb, zwei Jahren war die Mannschaft komplett und wir haben zweimal nacheinander den Titel geholt. Es braucht einfach Zeit. (auf Französisch): Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden!

bundesliga.de: Insofern arbeiten Sie auch in Gedanken schon jetzt auf ein oder zwei neue Spieler hin, die dann dazukommen können?

Favre: Als Trainer habe ich zwei Philosophien. Erstens: du musst immer bereit sein, deinen Koffer zu packen – und zweitens: die Spieler sind das Wichtigste! Aber ich arbeite so, als würde ich zehn Jahre hier bleiben.

bundesliga.de: Sie haben in Interviews gesagt: Berlin ist eine große Herausforderung für mich. Inwieweit sind Sie mit dem Resultat bisher zufrieden?

Favre: Ja, die Bundesliga ist eine große Herausforderung. Ich komme aus der Schweiz und wir, Marcel Koller vom VfL Bochum und ich, haben die Chance bekommen in der Bundesliga zu trainieren. Und es ist klar, es ist etwas Anderes. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen in der Welt. Es gibt viel Medieninteresse, die Stadien sind voll und ich trainiere Hertha BSC Berlin, den Club aus der Hauptstadt – eine sehr interessante Stadt mit viel Geschichte. Auch deshalb ist es eine sehr große Herausforderung.

bundesliga.de: Stimmt es denn, dass sie als Spieler bei Servette Genf in der Schweiz zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge auf dem Zimmer waren?

Favre: Ja, wir haben eineinhalb Jahre zusammen gespielt und wir waren zusammen auf einem Zimmer. Und wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Das ist für mich eine sehr gute Erinnerung!



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