Die HSG Nordhorn bleibt in der Spitzengruppe der Bundesliga.
Mit einer insbesondere im zweiten Durchgang starken Leistung konnte
Nordhorn Melsungen mit 40:31 (18:12) schlagen und zwischenzeitlich auf Platz
zwei vorrücken. Melsungen hatte zwanzig Minuten vor dem Ende eine rabenschwarze
Phase, die Nordhorn dankbar ausnutzte. Kurz vorher war MT noch auf drei Treffer
herangekommen, dann aber zog Nordhorn wieder auf zehn Treffer weg. Beste Werfer
bei Nordhorn waren Jan Filip (7), Goran Sprem (7), Comebacker Bjarte Myrhol (6)
sowie Holger Glandorf (5/2) und Erlend Mamelund. Bei MT war Savas Karipidis
(11/5) und Daniel Valo (7) die besten Werfer.
Die HSG Nordhorn startete besser in das Spiel. Peter Kuckucka zog sauber auf die
Naht zum 3:0, Melsungen agierte zu passiv. Bei den Gästen hielt nun vor allem
Daniel Valo MT im Spiel. Was Valo anfangs an Torgefahr für die Gäste bedeutete,
war Erlend Mamelund für Nordhorn. Der Norweger zeigte sich sehr beweglich und
zielstrebig. Auf beiden Seiten waren die Abwehrreihen noch nicht auf der Höhe
des Geschehens. Zu passiv und zu defensiv stand sowohl bei der HSG wie auch bei
MT die Abwehr.
Melsungen schaffte es nicht, aus der anfänglichen Schwäche der Gastgeber
wirklichen Profit zu ziehen. Stattdessen steigerte sich Peter Gentzel im Tor der
Nordhorner, eine Parade des Schweden inklusive langem Pass war das 6:5 im Konter
durch Jan Filip zum 6:5 (10.). Erlend Mamelund setzte sich gegen die Hand durch
und räumte für Goran Sprem auf Linksaußen ab und Nordhorn führte 7:5. Die
Gastgeber waren urplötzlich da, agierten viel dynamischer und konnten so den
Vorsprung deutlich ausbauen. Im Gegenstoßspiel vier gegen drei leistete sich MT
einen Fehlpass, Verjans traf zum 8:5, Sprem konterte und dann sorgte ein
Schlagwurf von Mamelund für das 10:5.
Melsungen hatte komplett den Faden verloren, die rechte MT-Seite hatte die
HSG-Abwehr gut im Griff, die linke Seite war zu wenig torgefährlich und die
Defensive zu unbeweglich. Trainer Robert Hedin legte die grüne Karte und
versuchte seinem Team neue Impulse zu geben. Auch ein Torwartwechsel auf Dennis
Klockmann sollte wenig später zum Umschwung beitragen.
Nordhorn kontert Melsungen aus
Nordhorn war selbst in Unterzahl schneller im Denken und Handeln. Als Mamelund
zwei Minuten draußen saß, traf Holger Glandorf per Schlagwurf zum 12:7 (20.). In
der Folge ließ Ola Lindgren für Nordhorn Youngster Steffen Weinhold im rechten
Rückraum ran. Der junge Mann, der aus Erlangen gekommen war, fügte sich sofort
gut ein und traf zum 15:9 (25.). Nordhorn konnte bis zur Halbzeit die Führung
mit 18:12 halten, dazu bei trug ein exzellenter Angriff, den Kreisläufer Bjarte
Myrhol abschloss, Mamelund hatte die letzte Vorlage geliefert.
Der zuletzt verletzte Kreisläufer Myrhol kam nun immer wieder zum Einsatz und
zeigte auch eine starke Leistung. Im zweiten Durchgang hatten die Hausherren mit
zwei Kontern von Goran Sprem und Rastko Stojkovic den besseren Start und gingen
mit 20:12 in Front. Dann aber hatte Melsungen seine beste Phase. Nachlassenden
Druck im Nordhorner Angriffsspiel und einige Sparbewegungen im HSG-Abwehrverband
bestrafte MT mit vier Toren – je zweimal Tellander und zweimal Karipidis in
Folge. Ein Bruch kam dann ins Spiel, als Linksaußen Tellander eine Zeitstrafe
nach einer sehr unübersichtlichen Situation kassierte. Trainer Robert Hedin
wollte ebenfalls nicht glauben, was er mitansehen musste, der MT-Trainer wurde
verwarnt. Melsungen konnte trotzdem den Druck aufrechterhalten und
bescherte Nordhorn einige Schwierigkeiten.
Black-out von MT bringt Nordhorn den Sieg
Eine Wischpause nutzten dann die HSG-Routiniers zum Verschnaufen. Unzufrieden
mit der Arbeit des Wischergirls schritten Kubes, Gentzel und Co. zur Selbsthilfe
und arbeiteten mit einem eigens heran geholten Handtuch den Boden nach. Zwar
konnte Melsungen zum 22:19 durch Kreisläufer Thomas Klitgaard verkürzen, dann
aber hatte sich Nordhorn nach der eigens verschafften Pause sortiert und erhöhte
den Druck wieder. Auch eine Zeitstrafe gegen Daniel Kubes hielt Nordhorn nicht
vom Torewerfen ab, Kuckaucka mit einem klasse Schlagwurf in den Winkel sorgte
für das 23:19, der Weckruf saß und Nordhorn mit einem starken Gentzel im Rücken
konterte nun MT klassisch aus. Drei Gegenstöße in Serie von Jan Filip brachten
die 29:20 Führung, bei Melsungen brachen alle Dämme.
Der tschechische Rechtsaußen war nun in seinem Element, ein weiterer Doppelpack
brachte mit dem 32:22 (48.) die Entscheidung im Spiel. Während bei MT nun kein
Spieler mehr in der Lage war, Druck auf die Nordhorner Abwehr auszuüben, stand
die HSG sauber im System und konterte nach Belieben. In der Folge ließ Ola
Lindgren seine zweite Reihe ran, an der Dominanz der Gastgeber sollte sich
nichts mehr ändern. Schlusspunkt des Spiels war dann ein Kempa von Nicky Verjans
zum 40:30, ehe Savas Karipidis das 31. Tor ins Netz von Peter Gentzel setzte.
Quelle: handball-world.com
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