Tusem Essen hat die nächste Überraschung geschafft. Mit 29:29 (16:15) konnte Essen der favorisierten SG Flensburg-Handewitt einen Punkt abtrotzen.
Zwei Sekunden vor dem Abpfiff schlug der Schlagwurf von Andrej Siniak im
Gehäuse der Gäste ein. Essen hatte wenige Minuten vor dem Ende bei eigener
Vier-Tore-Führung die Chance, das spiel zu gewinnen, in der Schlussphase kam
Flensburg dann aber wieder zurück und lag in der letzten Minute in Führung. Auf
beiden Seiten überragten die Torhüter Gerrie Eylers (Essen) und Dan Beutler
(Flensburg). Essen überzeugte durch eine gute Defensive. Flensburg agierte zu
wenig druckvoll im Angriff, es gelang dem Tusem immer wieder die Gästespieler in
Einzelkämpfe zu verstricken. Flensburg konnte keine konstant gute Leistung
abrufen, zu viele Schwächen in Abwehr und Angriff brachten Essen immer wieder
ins Spiel.
Von Anfang an entwickelte sich ein Spiel, in dem Essen mit dem Favoriten
Flensburg bestens mitspielte. Essen agierte mit einer Zweilinien-Abwehr mit Ben
Schütte auf der Spitze und einem Innenblock, in dem Mark Dargunski abräumen
sollte. Während die Abwehr durchaus gut funktionierte, hatte Essen einige
Schwierigkeiten im Angriff. So waren die beiden ersten Treffer der SG Gegenstöße
durch Petterson und Vranjes.
Flensburg zeigt zu wenig Laufbereitschaft
Aber der Tusem kam zurück und ging durch Casanova mit 4:2 (7.) in Führung.
Flensburg hatte zwar im Laufe der ersten Halbzeit einige Mittel gegen die
Essener Abwehr gefunden, setzte diese aber nicht entscheidend um. Wenn der
Angriff ein torgefährliches Laufsspiel zeigte, konnte Flensburg Chancen
herausspielen. Aber zu oft musste Trainer Kent-Harry Andersson Standhandball
seiner Männer sehen. Effektiver war die SG mit Kontern, wie auch durch Alexander
Petterson, der gleich zweimal hintereinander traf und Flensburg mit 9:10 in
Front brachte. Essen hatte sich einige Lustwürfe geleistet, genug für
Tusem-Coach Jens Pfänder, sein Time-out zu nehmen. In der Folge kamen Andrei
Siniak und Vaclav Vrany für Essen aufs Feld.
Essen kam denn auch wieder zurück ins Spiel und konnte auch aufgrund einer guten
Leistung des ebenfalls eingewechselten Gunnar Dietrich mit einem 16.15 in die
Pause gehen. Im zweiten Durchgang baute Essen die Führung weiter aus. Dabei
konnte Flensburgs Torwart Dan Beutler gleich zweimal hintereinander gegen völlig
freie Gästewerfer parieren. Aber auch essen zeigte Klasse, als in Unterzahl
Siniak den eingelaufenen Schmetz fand und dieser einen Siebenmeter zog. Der
Holländer markierte im Gegenstoß auch das 21:17 (39.). Als kurz darauf Mark
Dragunski vom Kreis zum 24:19 (43.) traf, tobte die Halle.
Flensburg wirkte konsterniert, im Rücktraum zog man immer wieder zur Mitte, die
Außen waren im Positionsangriff nicht ausreichend einbezogen und in der Abwehr
fand man kein Mittel gegen das spiel zum Kreis auf Dargunski oder Vrany. Essen
versäumte es allerdings, den Vorsprung sauber auszubauen, das Team leistete sich
einige Zeitstrafen (Dragunski wegen Stossen, Casanova wegen Halten) die Kraft
kosten und so konnte die SG zum Schlussspurt ansetzen. Anders Eggert, der für
den blassen Lars Christiansen kam traf zum 26:23, Mogensen zum 26:24 (53.) und
erneut Eggert zum 26:25 (54.).
Dramatische Schlussphase
Essen zeigte nun Nerven, Trainer Pfänder nahm folgerichtig auch sein Time-out.
Aber schon im nächsten Angriff war der Ausgleich fällig: Essen kam in Zeitdruck,
verlor den Ball und Thomas Mogensen traf nach einem energischen Alleingang im
Konter zum 26:26 (56.). Ljubomir Vranjes, der in dieser Phase Flensburgs
entscheidender Impulsgeber war, setzte dann sein 1:1 auf den unbeweglichen
Dragunski, den resultierenden Strafwurf verwandelte Eggert selbstbewusst per
Heber zum 26:27 (57.). Der dänische Linksaußen musste dann allerdings zwei
Minuten raus, weil er Mark Schmetz behindert hatte. Schmetz trat selbst zum
Strafwurf an und glich aus (27:27, 58.). In Unterzahl setzte dann Vranjes einen
tollen Schlagwurf ins Netzt der Essener, die sich schon um den Lohn ihrer Mühe
gebracht sahen. Aber Siniak konnte vom Kreis zum 28:28 treffen, brachte Marcin
Lijewski die SG wieder mit 28:29 in Front, 40 Sekunden waren da noch zu spielen.
Der Aufsteiger schaffte dann aber doch noch den Ausgleich. Andrej Siniak traf
mit einem Schlagwurf zwei Sekunden vor dem Ende.
Quelle:
|