Wer hätte das gedacht: Nach dem schwachen Saisonauftakt mit zwei Niederlagen gegen Köln und Straubing konnten sich die Hamburg Freezers ausgerechnet gegen den Deutschen Meister aus Mannheim für die schwachen Leistungen rehabilitieren – und wie! Mit 8:3 schickten die Kühlschränke die Gäste aus der Quadratstadt nach Hause und sicherten sich damit die ersten drei Punkte der Saison.
Begonnen hatte die Partie für die Hausherren jedoch alles andere als rosig:
Bereits in der vierten Minute konnten die Gäste in Person von Pascal Trepanier
die 1:0-Führung erzielen. Viele der nicht mal 8.000 Zuschauer in der Color Line
Arena werden schon gedacht haben: „Das gibt heute wieder nichts“, doch die
Mannheimer konnten trotz Überlegenheit in der Folgezeit Jean-Marc Pelletier im
Freezers-Kasten kaum gefährlich werden. Die Hamburger ihrerseits entwickelten
ebenso kaum Torgefahr, so dass die Partie mehr oder weniger vor sich hin
plätscherte, als Alexander Barta (13.) überraschten den Ausgleich für die
Gastgeber erzielte und damit auch für den 1:1-Pausenstand sorgte.
Im zweiten Drittel bot sich eingangs das gleiche Bild: leicht überlegene Adler,
aber kaum zwingende Chancen auf beiden Seiten. So fiel auch die Führung für die
Hanseaten durch Vitalij Aab in Spielminute 31 überraschend, doch gab den
Freezers und ihren Fans Aufwind. Als Tomas Martinec kurz nach der Hamburger
Führung auch noch für einen Check von Hinten auf die Strafbank wanderte, bot
sich den Freezers die perfekte Möglichkeit die Weichen auf Richtung Sieg zu
stellen. Angetrieben von den eigenen Anhängern gelang den Hamburgern jedoch kein
erfolgreiches Powerplay – ganz im Gegenteil! Der wieselflinke Mannheimer Rico
Fata stürmte plötzlich in Richtung Hamburger Kasten, enteilte seinen
Widersachern und überwand Pelletier mit der Rückhand: 2:2. Trotz der
zwischenzeitlich ereignisreichen Phase blieb das Niveau der Partie auch nach dem
Treffer der Adler mäßig, beide Teams schienen noch nicht richtig angekommen in
der neuen Spielzeit. Trotzdem: Tore fielen weiter. Den nächsten Treffer erzielte
Freezer Benoit Gratton noch vor der zweiten Drittelpause, als er Adam Hauser in
Minute 38 zum 3:2 überwand.
Doch auch mit der Führung im Rücken konnten die Hamburger zu Beginn des letzten
Abschnitts das Spiel nicht an sich reißen: die Adler blieben vorerst überlegen.
Glücklich, aber verdient der 3:3-Ausgleich durch Francois Methot, der einen
Schuss von Martin Ancicka für seinen letztjährigen Teamkollegen Pelletier
unhaltbar abfälschte. Die Hamburger Antwort folgte keine vier Minuten später:
Powerplay-Quarterback Andy Delmore traf mit einem wunderschönen Handgelenkschuss
in doppelter Überzahl zum 4:3 für die Freezers. Wenig später wieder Jubel auf
den Rängen: der in Vorbereitung und den ersten beiden Saisonspiel erschreckend
ungefährliche Peter Sarno mit seinem ersten Saisontreffer - 5:3 für Hamburg!
Plötzlich brachen alle Dämme, die Mannheimer ließen sich in den letzten
Spielminuten eines deutschen Meisters unwürdig abschießen. Brad Smyth (57.),
Marc Beaucage (58.) und Florian Schnitzer (60.) erhöhten auf sagen und schreibe
8:3 und das in nicht mal drei Minuten, jedoch ohne dabei auf große Gegenwehr der
Mannheimer Meistermannschaft zu stoßen, die ihren bemitleidenswerten Goalie Adam
Hauser kaum noch unterstützte.
Trotz des deutlichen Erfolges und der Euphorie am Ende war aber auch eines nach
60 Minuten klar: es war nicht alles Gold, was da glänzte. Zwar klingt ein 8:3
gegen den amtierenden deutschen Meister zweifelsohne beeindruckend, jedoch
präsentierten sich die Gäste aus der Kurpfalz im Schlussdrittel eher als
Abstiegskandidat. Der Sieg lässt die Freezers durchatmen: ausruhen darf sich auf
dem Planet Ice jedoch trotzdem niemand!
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