Was wäre gewesen, wenn die Hawks im Powerplay den Ausgleich geschossen hätten, wenn Christian Setz ein Break zum Anschlusstreffer verwertet hätte, wenn die Joker nicht jeden Fehler in Defensive bestraft hätten...?
Das fragten sich die rund 1300 Fans, darunter zahlreiche mitgereiste Anhänger
der Buron Joker, am Freitag beim Oberligastart der Black Hawks Passauoft genug.
So gab es einen klaren Favoritensieg, bereits im ersten Drittel legte der ESV
Kaufbeuren den Grundstein zum nie gefährdeten 5:1 (3:1, 1:0, 1:0). Trotzdem
waren die Passauer Verantwortlichen nicht unzufrieden über die Leistung der
Hawks und die Fans feierten ihre Mannschaft auch noch lange nach Spielende.
Es kam, wie es Hawks-Coach Otto Keresztes immer wieder predigte, Kleinigkeiten
würden die Spiele in der Oberliga entscheiden. Aufsteiger Hawks nutzte nur ein
Powerplay, kassierte stattdessen in Überzahl zwei Tore. Auf der Gegenseite
erzielten die Buron Joker drei weitere Treffer im Powerplay. Hier sah auch
Gästetrainer Maurizion Mansi den entscheidenden Vorteil für sein Team. „Wir
haben die meisten Zweikämpfe gewonnen und unser Überzahlspiel hat funktioniert.
Trotzdem hatten wir auch Glück, denn Passau hat gut gespielt und wird zu Hause
mit den Fans im Rücken kein leichter Gegner.“ Was Mansi nicht erwähnte, mit
Keeper Christian Baader hatten die Joker am Freitagabend einen starken Rückhalt
zwischen den Pfosten und mit Rob McFeeters einen Angreifer, der an vier der fünf
Tore beteiligt war. Otto Keresztes war mit der Leistung seiner Mannschaft
weitgehend zufrieden, monierte aber, „dass wir noch an Tempo zulegen und uns an
die Oberligaspielweise gewöhnen müssen. Trotzdem haben die Jungs Charakter
gezeigt und mit allen Mitteln versucht, dagegen zu halten.“
Bereits nach genau drei Minuten mussten die Hawks am Freitagabend den ersten
Rückschlag verdauen. Die Buron Joker brauchten nur Sekunden um eine
Powerplayformation aufzustellen und das erste Tor der neuen Oberligasaison zu
erzielen. Markus Kerber stand vor dem Kasten genau richtig und bugsierte den
Abpraller zum 0:1 über die Linie. Danach hatten die Hawks die Chance zum
Ausgleich, fast zwei Minuten hatten sie zwei Mann mehr auf dem Eis. Irgendwie
deutete sich aber schon an, das Kaufbeurer Tor ist mit Keeper Christian Baader
wie vernagelt. Zu allem Überfluss handelten sich die Hawks gleich darauf wieder
eine Strafzeit ein, die die Gäste mit dem 0:2 bestraften (10.). Jordan Webb
hatte keine Mühe, die Scheibe im komplett leeren Tor unterzubringen. Die Hawks
versuchten weiter Druck zu machen, wurden aber erneut kalt erwischt.
Scheibenverlust beim Spielaufbau im Powerplay, Stefan Endraß ging allein auf
Keeper Tommi Niemelä zu und sorgte mit dem 0:3 für die Vorentscheidung (17.
min). Otto Keresztes reagierte und schickte nun Torwart Andi Gegenfurtner für
den glücklosen Niemelä auf das Eis, „ich wollte, dass ein Ruck durch die
Mannschaft geht“, so der Coach nach dem Spiel. „Tommi musste mit einem fremden
Helm spielen, das ist für einen Torwart sehr schwer. Aber ich erwarte schon noch
eine Steigerung“, machte Keresztes klar. Die Maßnahme des Trainers zeigte die
gewünschte Wirkung. In Überzahl sorgte Andi Popp mit dem 1:3 für den ersten
Oberligatreffer der Black Hawks Vereinsgeschichte, allerdings der einzige am
Freitagabend (18.). Gleich nach der Pause hätte Christian Setz nachlegen können,
er stand nach einem Break alleine vor Keeper Baader, der Sieger blieb. Davon
angestachelt drängten die Hawks auf den Anschlusstreffer, zum Leidwesen von
Gästecoach Maurizio Mansi: „Wir haben uns zu viele Strafen geleistet und
deswegen den Rhythmus verloren. Zum Glück konnte Passau das nicht nutzen.“ Im
Gegenteil – Kapitän Torsten Rau stocherte die Scheibe zum 1:4 über die Linie
(27.), damit wurde bereits nach der Hälfte der Spielzeit klar, die Hawks würden
ohne Punkte aus dem Auftaktspiel kommen. Dennoch wurde das Spiel nie langweilig,
vor beiden Toren gab es interessante Szenen und die Torhüter zeigten teils
glänzende Reaktionen. Erst im Schlussabschnitt bekamen die Fans im „IceGate“ ein
weiteres Tor serviert. Der überragende Rob McFeeters vollendete trotz Unterzahl
zum 1:5 (50.). „Unser Powerplay hat gehapert, dazu zwei Shorthander, das dürfen
wir uns nicht leisten“, bemängelte Otto Keresztes.
Für das Auswärtsspiel in Erfurt haben sich die Hawks trotz der deutlichen
Niederlage gegen Kaufbeuren einiges vorgenommen. Dort könne man aus der
Defensive heraus agieren und habe eine gute Chance auf drei Punkte, schätzt
Trainer Keresztes. Er versprach: „Wir werden weiter hart arbeiten.“
Tore: 0:1 (3:00) Kerber (Paule, McFeeters/5-4), 0:2 (9:59) Webb (Jonathan,
Schury/5-4), 0:3 (16:43) Endraß (McFeeters/4-5), 1:3 (17:55) Popp (Schuster,
Setz/5-4), 1:4 (26:52) Rau (McFeeters, Assner/5-4), 1:5 (49:51) McFeeters
(Assner/4-5). Strafen: Passau 12, Kaufbeuren 18. Zuschauer: 1270.
Quelle:
|