Johannesburg - Versöhnungsgeste auf der ehemaligen Nelson Mandela-Gefängnisinsel? Ein Vorschlag aus Südafrika soll Frankreichs Fußballstar Zinedine Zidane und sein WM-Opfer Marco Materazzi (Italien) auf Robben Island vor Kapstadt zusammenbringen.
Die Insel ist durch ihren einstigen Häftling und späteren Präsidenten Nelson Mandela weltweit bekannt geworden. Es geht um den von der FIFA verhängten gemeinnützigen Arbeiteinsatz wegen der Kopfstoß-Attacke beim WM-Finale in Berlin. Wie die Sunday Times (Johannesburg) schreibt, ging die Initiative vom einflussreichen südafrikanischen Geschäftsmann Tokyo Sewale aus, der zu Apartheidzeiten selbst auf Robben Island eingesperrt war. Ich habe mit (FIFA-Präsident Sepp) Blatter gesprochen und warte jetzt nur auf die Antwort, sagte Sewale der Zeitung. Die Insel ist heute eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte, die auch auf der Liste des Weltkulturerbes der Vereinten Nationen steht. Südafrika ist Gastgeber der Fußball-WM 2010.
Der Internationale Fußballverband (FIFA) hatte gegen Zidane unter anderem eine Geldstrafe sowie eine dreitägige gemeinnützige Tätigkeit als Strafe verhängt. Nach der WM war Zidane für drei, Materazzi für zwei Spiele gesperrt worden.