Chemnitz - Den Sieg in der Tasche, im DFB-Pokal in der zweiten Runde, aber dennoch kein großer Jubel bei Alemannia Aachen. Für den Fußball-Bundesligisten war das 2:0 beim Chemnitzer FC schnell abgehackt.
Fragen zur künftigen sportlichen Führung drängten wieder in den Vordergrund. Wir sind in einer schwierigen Situation, erklärte Sportdirektor Jörg Schmadtke nach dem ersten Auftritt seiner Mannschaft in der Saison ohne den nach Hannover 96 gewechselten Trainer Dieter Hecking.
Die Aussagen nach der Partie waren spannender als die Aktionen auf dem Rasen. Schließlich hat die Lösung in der offenen Trainerfrage für die Alemannia Priorität. Wir werden noch in dieser Woche Gespräche führen und zu einem gegebenen Zeitpunkt einen Kandidaten benennen - aber ohne Zeitdruck, erklärte Schmadtke und sagte weiter, dass er am Tivoli bleiben wolle: Ich bin Sportdirektor in Aachen und werde meinen Vertrag hier erfüllen.
Dem Vernehmen nach soll die Suche nach einem Hecking-Nachfolger bis Mitte der Woche abgeschlossen sein. Als mögliche Kandidaten werden der in Paderborn zurückgetretene Jos Luhukay, Schmadtkes ehemaliger Düsseldorfer Teamkollege Holger Fach und der Niederländer Co Adriaanse gehandelt, der 2005 mit Alkmaar im UEFA-Cup gegen Aachen gewann und im Sommer beim FC Porto zurücktrat. Luhukay scheint jedoch ins Hintertreffen geraten zu sein: Es gibt weiter keinen Kontakt, bestätigte er dem Kicker.
Gut möglich, dass sich Aachen auch noch nach einen neuen Co-Trainer umsehen muss. Denn der bisherige Hecking-Assistent Dirk Bremser liebäugelt mit einem Angebot des Ligakonkurrenten aus Niedersachsen. Was meine Person betrifft, wird sich alles in den nächsten Tagen entscheiden, sagte er. Hecking hatte ihn jüngst als Wunschkandidaten für den Posten des Co-Trainers an seiner Seite bezeichnet. Beide arbeiteten seit 2004 erfolgreich in Aachen zusammen. Allerdings dürfte ihn Schmadtke nicht ohne eine finanzielle Entschädigung ziehen lassen: Bremser hat bei uns einen rechtskräftigen Vertrag.
Die Alemannen übersprangen die erste Hürde im Pokal auch ohne Chefcoach mit Köpfchen. Die von Co-Trainer Bremser betreuten Profis ließen den angriffslustigen und noch ungeschlagenen Spitzenreiter der NOFV-Oberliga Süd zunächst kommen, um ihn dann den Zahn zu ziehen. Vor 6098 Zuschauern stellten Laurentiu Reghecampf (7.) und Sascha Rösler (21.) noch vor der Pause die Kräfteverhältnisse klar und früh den Endstand her.
In der zweiten Halbzeit überließ Aachen die Initiative auf dem Feld aber weitestgehend dem Gegner. Chemnitz hat die Partie teils überlegen geführt, bemerkte Bremser. Zum Glück für seine Elf fehlte es dem Viertligisten an Durchschlagskraft. Die Leistung, wie sie Aachen geboten hat, dürfte gegen eine Mannschaft, die nicht drei Klassen tiefer spielt, jedoch zu wenig sein. Bereits am 4. Spieltag der Fußball-Bundesliga steht für den Tabellen-14. das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach an. Am Wochenende darauf wartet Rekordmeister FC Bayern München.
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