Spaniens Nationalcoach bietet Rücktritt an | 2006-09-11
Madrid - Fünf Tage nach der blamablen 2:3-Niederlage Spaniens im EM-Qualifikationsspiel in Nordirland hat Nationaltrainer Luis Aragonés seinen Rücktritt angeboten.
Der spanische Fußballverband lehnte dies jedoch nach eigenen Angaben ab. Wir haben weiterhin volles Vertrauen in ihn und wollen ihn halten, sagte ein Verbandssprecher in Madrid. Beide Seiten hätten eine zweitägige Bedenkzeit ausgemacht.
Der 68- jährige Coach, der seit zwei Jahren das Nationalteam betreut, habe aber das letzte Wort. Wenn er danach immer noch an seiner Absicht festhält, werden wir ihn gehen lassen. Spanischen Medien zufolge entschied sich Aragonés bereits, doch bis zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz im Amt zu bleiben. Eine öffentliche Bestätigung des Trainers für seinen Verbleib gab es zunächst aber nicht.
Spanien war nach dem 4:0-Sieg zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Liechtenstein als klarer Favorit zu den Nordiren gereist, die mit einer 0:3-Heimniederlage gegen Island blamabel in die Ausscheidungsrunde gestartet waren. Drei Tore des beim englischen Zweitligisten Leeds United spielenden David Healy hatte die Iberer aus allen Träumen gerissen.
Der wegen seiner mürrischen Art nicht gerade beliebte Aragonés steht bereits seit dem frühen Ausscheiden Spaniens bei der WM in Deutschland in der Kritik. Als möglicher Nachfolger wird in den Medien der frühere Real-Madrid-Trainer Vicente del Bosque gehandelt.