Eklat bei Behinderten-WM: England abgereist | 2006-09-11
Hamburg/Köln - Der entthronte Weltmeister England hat bei der Fußball-WM für Menschen mit Behinderung in Deutschland für einen Eklat gesorgt. Unmittelbar nach dem Viertelfinal-Aus sei die englische Nationalmannschaft noch vor den Platzierungsspielen abgereist.
Das Team werde nicht an den Spielen um die Plätze fünf bis acht teilnehmen, teilte der Weltverband INAS-FID mit. Die Engländer sollten am 12. September im Kölner Franz-Kremer-Stadion gegen Nordirland in die Platzierungsrunde starten. Die Partie fällt aus. Die Nordiren wurden zum Sieger erklärt und ziehen damit ins Spiel um Rang fünf ein.
Die Engländer waren im Viertelfinale an Saudi-Arabien gescheitert und mussten die Hoffnung auf die Titelverteidigung begraben. Kurz darauf trat die Mannschaft die Heimreise an. Es sind uns keinerlei Gründe für die Abreise genannt worden, sagte Weltverbandssprecher Otfried Morin. Englands Trainer Jeff Davis habe lediglich darüber informiert, dass seine Mannschaft nicht am weiteren Turnierverlauf teilnehmen werde. Davis bedankte sich zudem bei den WM-Organisatoren und lobte die gute Atmosphäre bei den Spielen.
Bei der 4. Fußball-WM für Menschen mit Behinderung dürfen lediglich Sportler mit Lernschwäche und einem Intelligenzquotienten von maximal 75 teilnehmen. Die bisherigen drei WM-Turniere fanden 1994 in den Niederlanden, 1998 in England und 2002 in Japan statt, wo sich die Auswahl Englands den Titel gesichert hatte.