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Bayern-Bosse machen Druck - Keine Ausreden mehr | 2006-09-20


München - Der Trainer steht in der Kritik, die Mannschaft unter Druck - schon nach vier Bundesliga-Spieltagen herrscht dicke Luft beim FC Bayern München.

Wir müssen in den nächsten Wochen Vollgas geben und die Zügel anziehen, sonst werden wir unser blaues Wunder erleben, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und fordert von Trainer Felix Magath eine härte Gangart im Umgang mit dem Starensemble. Auch Uli Hoeneß macht den Bayern nach der Pleite in Bielefeld Dampf und erwartet im Heimspiel gegen Alemannia Aachen einen deutlichen Sieg. Die Zeit der Ausreden ist vorbei.

Die 1:2-Niederlage auf der Bielefelder Alm hat die Bayern-Bosse offenbar in Zugzwang gebracht. Mit klaren Worten an den Trainer und die Mannschaft fordern Rummenigge und Hoeneß in den kommenden Wochen eine klare Leistungssteigerung und von Magath eine Ende der Schonzeit für die Bayern-Stars. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm davon abrate, in der Zukunft die Mannschaft zu schützen, weil man ihr damit ein Alibi liefert, sagte Rummenigge im Interview mit der Münchner tz.

Magath stellt sich vorerst aber weiterhin vor die Mannschaft. Es gibt verschiedene Gründe, warum wir bisher nicht so gespielt haben, wie wir wollten, sagte der Trainer nach und führte die Integration der Neuzugänge, eine schlechte Vorbereitung und Verletzungsprobleme als Gründe an. Die Mannschaft sei dabei, sich zu finden, meinte Magath, der zur Kritik aus der Chefetage keine Stellung bezog.

Rummenigge forderte auf der Internetseite des Clubs die Spieler auf, in den nächsten Wochen Vollgas zu geben, damit wir im Herbst, wo viele Spiele auf dem Programm stehen, in denen richtungweisende Dinge für die ganze Saison passieren, positiv abschneiden. Präsident Franz Beckenbauer sieht in der fehlenden geistigen Frische einen möglichen Grund für den holprigen Saisonstart, äußerte sich im Deutschen Sportfernsehen aber zuversichtlich: Der FC Bayern wird, denke ich, in 14 Tagen bei 100 Prozent sein.

Magaths Erklärung, wegen der WM und unzureichender Vorbereitungszeit würde die Mannschaft erst im September volle Leistung bringen, lässt Rummenigge nicht gelten. Ich glaube, das war keine kluge Aussage mit dem Durchwurschteln, meinte der Ex-Nationalspieler, Vorbereitung hin, WM her - wir müssen in den nächsten Wochen beweisen, welche Qualität in unseren Mannschaft steckt, und engagierter, konzentrierter und auch disziplinierter auftreten.

Uli Hoeneß verschaffte seinem Ärger über die ersten Saisonniederlage mit klaren Worten an die Mannschaft Luft. Die Zeit der Zugeständnisse ist vorbei, sagte der Manager in der Bild-Zeitung. Die Pleite in Bielefeld müsse ein einmaliger Ausrutscher bleiben. Diese Woche haben wir keinerlei Belastung, können ganz normal trainieren, wie alle andere auch, meinte Hoeneß und fordert gegen Aachen einen klaren Sieg: Alles andere interessiert mich nicht.

Die Kritik von Kapitän Oliver Kahn, der die zu offensive Taktik in Bielefeld beklagt hatte, fand bei Hoeneß Zustimmung. Wenn Bayern 1:0 führt, darf man so ein Spiel nicht mehr verlieren. Da geht man eben mit einem 1:1 vom Platz und sagt freundlich auf Wiedersehen, sagte der Bayern-Manager. Kahn hatte einen Kurswechsel in der Spielanlage gefordert: Wir müssen wieder dahin kommen, dass jeder seine Aufgaben erfüllt. Bei uns will jeder mit der Brechstange ran und Tore machen. Das geht dann eben mal nach hinten los.


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