Stuttgart - Die Notabwehr hielt unter Schmerzen die Null und sammelte bei Mitspielern und Fans reichlich Lob ein. Sie haben die Feuertaufe bestanden, kommentierte Joachim Löw das erste Zusammenspiel von Arne und Manuel Friedrich im Deckungszentrum der DFB-Elf.
Von den vier verletzten WM-Assen Mertesacker, Metzelder, Huth und Nowotny sprach nach dem 1:0-Sieg über Irland in Stuttgart plötzlich keiner mehr. Kompliment. Bei Zweikämpfen, im Stellungsspiel und in der taktischen Ausrichtung haben sie das sehr gut gemacht, bemerkte der Bundestrainer, dessen Spezialtraining mit dem doppelten Friedrich anschlug. Und Kapitän Michael Ballack hob hervor: Sie haben gut verteidigt, waren sehr kopfballstark. Vor allem Manuel Friedrich hat das sehr gut gemacht.
Dabei schien der Auftritt des 26-jährigen Manuel Friedrich in der Halbzeitpause schon beendet. Nach einem Tritt gegen den rechten Fuß wurde Friedrich in der Kabine behandelt und mit Tape verbunden. Dennoch wollte er passen: Ich hatte Gewissensbisse, wenn ein langer Ball kommt und es fällt das Tor, dann kannst du drei Wochen nicht schlafen. Angesichts der einzigen Alternative mit dem Neuling Alexander Madlung gestand Kollege Arne Friedrich: Ich habe ein bisschen Angst gekriegt. Und der Bundestrainer bat den Mainzer Friedrich, auf die Zähne zu beißen. Nach 20 Minuten wirkte auch die Schmerztablette. Er hat sich durchgebissen, freute sich Löw.
Nach einer Untersuchung konnte Manuel Friedrich trotz der Kapselverletzung schon wieder ein leichtes Regenerations-Training bestreiten. Die medizinische Abteilung verordnete einen Salbenverband und geht davon aus, dass der Mainzer am 6. September in San Marino wieder einsatzbereit ist. Die Sorgen sind für Manuel Friedrich nicht neu. Ich habe links und rechts im Sprunggelenk Schlackerbänder. Das habe ich von meiner Mutter geerbt, berichtete der Profi, der die WM noch knapp verpasst hatte.
Über mögliche Perspektiven im Nationalteam mochte Manuel Friedrich trotz seiner guten Leistung nicht sprechen: Ich bewerte im Moment nichts. Ich habe mir gesagt, mach nur deinen Job. Die Unterschiede zum Bundesliga-Alltag aber spürte er deutlich: Ich hatte das Gefühl, man muss sich tausendprozentig konzentrieren. Dennoch klappte die Abstimmung mit seinen Nebenleuten und vor allem mit Kollege Arne Friedrich schon recht ordentlich, dazu überzeugte der Mainzer mit einer guten Spieleröffnung. Der Berliner Außenverteidiger Friedrich entdeckte sogar eine neue Vorliebe: Ich finde Gefallen an der Position. Ich habe nichts dagegen, innen zu spielen.
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