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KSC entzaubert Pokalsieger Nürnberg | 2007-08-13


Nürnberg - Freudentänze beim Aufsteiger, Gelassenheit beim düpierten Pokalsieger: Nürnbergs Trainer Hans Meyer brachte die 0:2- Pleite gegen den Karlsruher SC nicht aus der Ruhe.

Diese Niederlage haut mich nicht um. Das ist kein böses Erwachen, sagte der Fußball-Lehrer nach dem missglückten Bundesliga-Auftakt. Nach ihrem Jubel-Einstand wollten auch die Gäste die ersten 90 Minuten der Saison nicht überbewerten. Es gilt jetzt, auf dem Teppich zu bleiben. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten, sagte der zweifache Torschütze Tamas Hajnal.

Kopflos und konzeptlos präsentierte sich der Club elf Wochen nach dem Pokaltriumph von Berlin, aber Meyer gab sich keineswegs überrascht vom schwachen Auftritt. Ich hatte schon während der Vorbereitung einige Fragezeichen in meinem Kopf. Dafür, dass ich ein so schlechtes Gefühl hatte, haben wir es 40 Minuten lang richtig gut gemacht. Tatsächlich waren die Franken in der ersten Halbzeit das dominierende Team, doch angesichts des stotternden Offensivspiels waren klare Torchancen Mangelware.

Die Führung der Gäste durch Hajnal offenbarte vieles über die in der Vorsaison beste Defensive der Liga. Die totale Organisationslosigkeit war das, schimpfte Meyer über das Abwehrverhalten. Da haben wir dem Gegner so richtig in die Füße gespielt. Auch das von den Club-Fans erhoffte Aufbäumen fiel aus: Der Sturm der Franken blieb harmlos, der für 2,1 Millionen Euro gekommene Europameister Angelos Charisteas war ein Totalausfall und musste beim Bundesliga-Debüt für den Club die Höchststrafe einer Auswechslung hinnehmen. Er wird uns noch viel Freude bereiten, nahm aber Manager Martin Bader den erst spät ins Training eingestiegenen Griechen in Schutz.

Man hat gesehen, dass wir gehörigen Respekt vor der 1. Liga hatten, räumte KSC-Trainer Edmund Becker Anlaufprobleme ein. Die nervösen Debütanten leisteten sich anfangs viele Ballverluste, mit der Führung im Rücken fand der Zweitliga-Meister aber zu seinem Konterspiel, das mit dem zweiten Tor Hajnals belohnt wurde. Nach der Pause haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können, freute sich Becker. Aber wir haben erst ein Spiel gewonnen, mehr nicht. Noch haben wir 33 Partien vor der Brust.

Nach ihrem ersten Patzer richteten sich die Franken am Rückblick auf die vergangenen Saison auf, als der Club mit einem 3:0 beim VfB Stuttgart startete - dem späteren deutschen Meister. Niederlagen gehören im Fußball dazu, wir werden das verkraften, sagte denn auch Verteidiger Dominik Reinhardt. Und Kauz Meyer hatte trotz der Pleite seinen Humor nicht verloren: Wie er denn der riesigen Euphorie beim Pokalsieger begegnen wolle, sei er immer wieder gefragt worden. Ist uns schon gelungen, so seine Antwort nach der Auftakt-Pleite.


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