Buenos Aires/München - Argentiniens Fußball-Fans wollen José Pekerman nicht hergeben - für Diego Armando Maradona als neuen Nationaltrainer spricht sich dagegen nur eine verschwindende Minderheit aus.
In Umfragen südamerikanischer Medien votieren die meisten Anhänger der Albiceleste für eine Fortsetzung der Arbeit von Pekerman mit dem zweimaligen Fußball-Weltmeister. Am deutlichsten fiel das Votum bei der Online-Ausgabe von Infobae.com aus, wo über 48 Prozent der Stimmen auf den 56-jährigen Pekerman entfielen. Gefolgt wir er von Carlos Bianchi mit über 20 Prozent und Carlos Bilardo (rund 13 Pozent).
Klar an der Spitze lag Pekerman, der jedoch auch nach einer ersten Bedenkzeit weiterhin auf seinem Rücktritt beharrt, ebenfalls beim Fernsehsender TyC. Dort stimmten 29 Prozent für den ehemaligen Junioren-Coach, der das Amt als Nationaltrainer im September 2004 von Marcelo Bielsa übernommen hatte. 17 Prozent entfielen jeweils auf den Weltmeister-Trainer von 1986, Bilardo, und seinen Vornamensvetter Bianchi.
Dabei hatte Bianchi, der bis Anfang dieses Jahres in Diensten von Atlético Madrid gestanden hatte, kurz nach dem WM-K.o. durch das verlorene Elfmeterschießen gegen Gastgeber Deutschland noch klar die Nase vorne gehabt. Doch holte Pekerman auch bei der Abstimmung des Fachmagazins Olé in den vergangenen Tagen deutlich auf: Dort entschieden sich von über 166 000 Abstimmern fast ebenso viele Anhänger für den zurück getretenen Coach (33,2 Prozent) wie für Bianchi (34,5 Prozent).
Der Name von Diego Armando Maradona wurde in dieser Liste mit sechs Kandidaten nicht einmal aufgeführt. Bei TyC erhielt er drei Prozent der Stimmen, bei Infobae.com sprachen sich nur zwei von Hundert für die argentinische Fußball-Legende aus.
Neben vielen Fans und den Spielern hofft insbesondere der Chef des argentinischen Fußball-Verbandes AFA, Julio Grondona, noch auf einen Rücktritt vom Rücktritt Pekermans. Dieser hatte Minuten nach dem Viertelfinal-K.o. gegen Deutschland bekannt gegeben, dass das Kapitel vorbei ist. Auch bei seiner Ankunft in Argentinien blieb der 56-Jährige, der die Albiceleste nach zehn erfolgreichen Jahren als U20-Coach und mit drei Junioren-Weltmeistertiteln im Gepäck übernommen hatte, noch immer bei seiner Meinung.
Vor einem persönlichen Gespräch mit dem Vater der bei der WM phasenweise brillant aufspielenden Auswahl will der AFA-Boss keine Entscheidung fällen. Allerdings wird diese Zusammenkunft wohl nicht vor der kommenden Woche stattfinden. Denn Grondona hält sich als FIFA-Vizepräsident weiterhin in Deutschland auf, während Pekerman in seinem Haus in Hurlingham angesichts des Fan-Votums ins Grübeln kommen dürfte.
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