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Spieler erklären sich zu Siegern im Schuh-Streit | 2006-08-17


Gelsenkirchen - Der Demonstration der eigenen Stärke auf dem Platz folgte die Siegeserklärung im Schuh-Streit: Jens Lehmann und seine Mitspieler haben sich nach eigener Aussage im Konflikt um den Ausrüster-Zwang gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) durchgesetzt.

Bereits im nächsten Länderspiel am 2. September gegen Irland wollen die WM-Helden von ihrem erkämpften Recht auf freie Schuhwahl Gebrauch machen und teilweise erstmals nicht in adidas-Schuhen antreten. DFB- Chef Theo Zwanziger bestätigte der dpa, dass er bei den Spielern insoweit im Wort stehe, dass es bis zum Irland-Spiel zu einer Entscheidung kommen wird.

Wir haben die Zusage bekommen, dass wir endlich in den Schuhen spielen, in denen wir auch im Verein spielen, sagte Torwart Lehmann nach der Partie gegen Schweden in Gelsenkirchen. Auch der noch verletzte Christoph Metzelder machte deutlich: Ich werde in meinen Schuhen spielen, und das sind die meines Sponsors.

Eine offizielle Einigung steht zwar noch aus, doch Lehmann und Kollegen verlassen sich auf das Wort von DFB-Präsident Theo Zwanziger. Bislang haben wir alles mündlich, aber Doktor Zwanziger ist ein Mann, dem wir unser Vertrauen schenken, sagte Lehmann. Für den Verbandschef stehen damit schwere Gespräche mit dem bisherigen Exklusivpartner adidas an. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach, seit dem WM-Triumph 1954 Sponsor des DFB, dürfte einen finanziellen Abschlag geltend machen oder eine Neuformulierung des im Vorjahr bis 2010 verlängerten Vertrages fordern.

Das ist jetzt Aufgabe des Präsidiums, das mit dem Partner zu klären, sagte Teammanager Oliver Bierhoff, der als Spieler selbst bei adidas-Konkurrent Nike unter Vertrag stand und lange vergeblich um Schuhfreiheit gekämpft hatte. Von einer Einigung sprach er im Gegensatz zu Lehmann aber noch nicht. Die Anfrage der Spieler ist da, das ist vom DFB so aufgenommen worden.

Bierhoff drängte darauf, dass vor dem Irland-Spiel alle Fragen geklärt sind, damit die Vorbereitung auf die erste EM- Qualifikationspartie nicht wie das Schweden-Spiel vom Wirbel um die Schuh-Frage gestört wird. Wir wollen auf jeden Fall Klarheit haben mit den Spielern, sagte er. Vor dem Debüt von Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in Gelsenkirchen hatte sogar ein Boykott einiger Spieler im Raum gestanden.

Mit Vehemenz machte Lehmann seinen Unmut über die bisherige Regelung deutlich und berichtete sogar von durch den Schuhzwang verursachten Schmerzen während der Weltmeisterschaft. Ich habe massive Probleme gehabt, das werde ich nicht mehr hinnehmen, sagte Lehmann ohne seine körperlichen Beschwerden zu konkretisieren. Das Folgen des Spielens in anderen Schuhen verglich Lehmann mit denen einer Nacht auf einer für den Körper ungewohnten Hotelmatratze.

Energisch wehrte sich der 36-Jährige gegen Vorwürfe, nur aus finanziellen Gründen eine freie Wahl der Schuhe - und in seinem Fall auch der Torwarthandschuhe - forciert zu haben. Im Gegenteil: Er und die anderen nicht an adidas gebundenen Spieler hätten lange auf Geld verzichtet. Wir haben still gehalten, auch um die WM nicht zu gefährden. Durch separate Vermarktung und Auftritte im DFB-Trikot können die Nationalspieler teilweise hohe sechsstellige Summen erzielen.


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