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Chelsea will mit Ballack Titel-Hattrick | 2006-08-17


London - Die Vorbereitung auf die an diesem Wochenende beginnende Premier-League-Saison lief für Michael Ballack und den englischen Meister FC Chelsea alles andere als wunschgemäß.

Der deutsche Nationalmannschaftskapitän bekam die englische Härte nicht nur auf dem Platz, sondern auch von den Medien zu spüren. Dennoch ist Chelsea auch in der kommenden Spielzeit haushoher Favorit auf den Titel-Hattrick. Allerdings haben die Verfolger, allen voran der FC Liverpool und Manchester United, den Londonern offen den Kampf angesagt und die Meisterschaft zum Ziel ernannt.

Höhnisch kommentierten die englischen Journalisten Ballacks holprigen Start bei Chelsea mit nur einem Sieg in den Testspielen: Das Tempo des Spiels schien ein Schock für ihn zu sein, schrieb selbst der vereinseigene Reporter auf der Chelsea-Webseite nach dem 1:2 im Supercup gegen Liverpool. Der Daily Mirror sah Ballack als schlechtesten Spieler und spottete: Er kämpft immer noch mit dem WM-Kater. Um ihn vor weiteren Negativ- Schlagzeilen zu bewahren, schützt der FC Chelsea seinen neuen Star, dessen Einsatz zum Saisonstart wegen einer Hüftblessur noch fraglich ist: Sein Englisch ist noch nicht gut genug. Deshalb wird er vorerst keine Interviews geben, sagte Pressesprecher Simon Taylor.

Auch Nationalmannschafts-Kollege Jens Lehmann, der mit dem FC Arsenal seit drei Jahren das Tempo in der Premier League kennt, warnt Ballack: Er wird zwei Gänge höher schalten müssen, weil das Spiel hier viel schneller ist. Der Champions-League-Finalist gilt bei vielen Experten als härtester Chelsea-Rivale. Arsenal ist vom Highbury ins neue 60 000 Zuschauer fassende Emirates-Stadion umgezogen und hat sich mit dem Dortmunder Tomas Rosicky verstärkt. Doch die wichtigste Unterschrift war die von Thierry Henry: Der FC Barcelona bot 50 Millionen Euro für den Stürmer, aber nach monatelangem Tauziehen verlängerte der Franzose um vier Jahre.

Die nationale Konkurrenz hofft, dass sich Chelsea zu sehr auf Europa konzentriert. Denn nach der Verpflichtung von Ballack und Stürmerstar Andrej Schewtschenko (vom AC Mailand) soll endlich die Champions-League-Trophäe an die Stamford Bridge. Wir glauben, dass wir eine Chance haben, den Titel zu gewinnen, erklärte Liverpools Jamie Carragher. Der Pokalsieger schaltete drei Mal hintereinander Chelsea in Pokal-Wettbewerben aus und glaubt, mit dem walisischen Nationalstürmer Craig Bellamy die Angriffsschwäche behoben zu haben.

Schwer einzuschätzen ist Manchester United nach dem Transfer von Ruud van Nistelrooy zu Real Madrid. Mit Michael Carrick (Tottenham Hotspur) konnte nur ein Neuzugang vermeldet werden. Trainer Alex Ferguson hält noch Ausschau nach einem Mittelfeldspieler und einem Stürmer. Wunschkandidat bleibt Owen Hargreaves, der vom FC Bayern jedoch bislang keine Freigabe erhielt. Der Coach, der nach 20 Jahren bei ManU möglicherweise in seine letzte Saison geht, zeigt sich dennoch zuversichtlich: Wir sind so gut wie Chelsea, keine Frage.


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