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Der Club macht seinen Traumstart perfekt | 2006-08-19


Nürnberg - Zwei Spiele, sechs Punkte: Nach dem besten Saison-Einstand seiner Bundesliga-Geschichte war beim 1. FC Nürnberg Feierstimmung angesagt.

Die Tabelle sieht so schön aus, so kann es bleiben, jubelte Markus Schroth, der beim 1:0-Heimerfolg gegen Borussia Mönchengladbach durch seinen frühen Treffer zum Mann des Abends avanciert war. Doch fast noch wichtiger als die makellose Bilanz nach den ersten beiden Partien war beim neunmaligen deutschen Meister die Erkenntnis, dass es auch ohne Torjäger Robert Vittek geht: Das ist das Entscheidende, sagte Club-Manager Martin Bader. Dass die Jungs sehen, dass sie auch ohne Robert gewinnen können.

Angeführt von Torjäger Vittek hatten die Franken durch den 3:0- Saisonauftakt beim VfB Stuttgart für Hochstimmung bei ihren Leid geprüften Fans gesorgt, doch prompt folgte die Ernüchterung. Verletzt kehrte der Slowake, der in der vergangenen Saison mit Toren am Fließband fast im Alleingang für den Klassenverbleib gesorgt hatte, von seinem Länderspiel-Einsatz zurück und sprengte den Traum-Sturm von Trainer Hans Meyer. Doch der 63-Jährige machte aus der Not eine Tugend und spornte seine jungen Spieler an: Nun können sie zeigen, dass wir nicht der FC Vittek sind.

Zwar stand auch das Glück den Nürnbergern mächtig zu Seite, doch am Ende war der Arbeitssieg geschafft. Ich bin sehr glücklich, dass wir in einer solchen Situation 1:0 gewonnen haben, sagte der Coach. Selbst der frühzeitige Ausfall von Neuzugang Tomas Galasek brachte die Franken nur kurzzeitig aus dem Tritt, glanzlos, aber mit Geschick machten die Hausherren den knappen Sieg perfekt. Das war ein sehr glücklicher Sieg, gestand Meyer - und wirkte gelöst wie selten: Ohne Vittek, ohne Galasek haben wir 1:0 gewonnen.

Wieder einmal mussten die Gäste mit leeren Händen die Heimreise antreten, doch Trainer Jupp Heynckes war vom Auftritt seines Teams angetan. Wenn man seine Chancen nicht nutzt, steht man am Ende ohne Punkt da. Aber dieses Spiel stimmt mich optimistisch: Wenn man auswärts so spielt, gewinnt man irgendwann auch. Tatsächlich hatten die Gladbacher, die von ihrem Neuzugang Federico Insua angetrieben wurden, die Partie dominiert. Doch vor dem Tor versagten die Nerven. Das ist extrem ärgerlich, schimpfte Marcell Jansen. Wir waren 80 Minuten klar überlegen, erspielen uns Chancen, aber machen kein Tor.

Gleich doppelten Grund zum Feiern hatten Nürnbergs Fans: Nach fast siebenmonatiger Zwangspause kam Torjäger Marek Mintal zu einem Kurz- Einsatz. Viel war von dem Slowaken nicht zu sehen, doch einmal ließ der Mittelfeldakteur, der einen Mittelfußbruch auskuriert hat, bei einem 25-Meter-Schuss sein Können aufblitzen. Meyer: Ich habe nicht sehr viel von ihm erwartet. Aber dass er 30 Minuten gespielt hat, stimmt uns alle froh. Das ist neben dem Sieg richtig was Positives.


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