Cottbus - Titelanwärter HSV hat den Start in die Saison endgültig verpatzt. Einen Tag nach dem Abgang von Khalid Boulahrouz zum FC Chelsea kamen die Hamburger beim Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus über ein 2:2 (1:0) nicht hinaus.
Somit müssen sie sich mit nur zwei Pünktchen aus zwei Spielen auf Tabellenrang neun abfinden. Zwar gingen die favorisierten Gäste durch den ersten Treffer ihres Neuzugangs Boubacar Sanogo (38.) in Führung. Doch der couragierte Neuling wendete vor 20 000 Fans durch ein Elfmeter-Tor von Vlad Munteanu (56.) und einen Treffer von Sergiu Radu (69.) das Blatt. Nigel der Jong verhinderte mit dem 2:2 (71.) drei Tage vor dem entscheidenden Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Osasuna wenigstens die totale Blamage.
Die HSV-Profis waren genau wie die Hamburger Fans nur wenige Stunden vor dem Spiel davon überrascht worden, dass Stammkraft Boulahrouz sofort zum englischen Meister Chelsea London wechselt. Wir sind überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, betonte Sportchef Dietmar Beiersdorfer nochmals in Cottbus mit Hinweis auf das Gesamtpaket. Chelsea soll in einem Fax dem HSV 13 Millionen Euro für den Schweizer Nationalspieler geboten haben, Boulahrouz wollte unbedingt nach England. Für den Abwanderer rückte Guy Demel in die Innenverteidigung, der nach einer Rangelei zehn Minuten vor dem Schluss die Rote Karte sah.
Die umgestellte HSV-Abwehr mit Rene Klingbeil auf der linken Seite hatte gleich zu Beginn große Schwierigkeiten gegen den wie schon beim Saisonauftakt in Gladbach (0:2) mutigen Aufsteiger. Neuzugang Munteanu konnte mehrmals unbedrängt schießen (8., 29.). Kurz danach setzte sich der starke Rumäne erneut durch und der ebenfalls neu gekommene Jiayi Shao schoss ins Hamburger Tor - allerdings aus Abseitsposition (13.). Und nach einer Ecke und Direktschuss des Chinesen Shao klärte David Jarolim in höchster Not per Kopf auf der eigenen Torlinie (30.).
Der sichtbar verunsicherte Favorit, der nach den beiden Unentschieden gegen Osasuna und Bielefeld schon enorm unter Druck stand, vermochte gegen die kompakt stehenden Cottbuser lange keine Chancen herauszuspielen. Erste Gefahr nach 37 Minuten: Marco Küntzel kratzte wie später noch einmal einen Kopfball von Bastian Reinhardt von der Linie. Eine Minute später reklamierte Timo Rost, der Pole Mariusz Kukielka grätschte gegen Sanogo ins Leere und der ehemalige Lauterer schoss aus 20 Metern den Ball genau in den oberen rechten Winkel - keine Chance für Tomislav Piplica. Energie reagiert mit ungebrochener Kampfkraft: Nach einer unübersichtlichen Szene entschied Schiedsrichter Günter Perl auf Handspiel von Jarolim, Munteanu verwandelte vom Punkt.
Cottbus brachte den HSV weiter in Bedrängnis, nach einer Eingabe von Daniel Gunkel gewann Radu den Zweikampf gegen Reinhardt und schoss aus spitzen Winkel zur Führung ein. Nachdem Piplica gegen Rafael van der Vaart noch gut reagiert hatte (71.), unterlief der Energie-Torhüter eine Ecke des Holländers und Landsmann de Jong war zur Stelle. In der hektischen Schlussphase, in der Hamburg in Unterzahl spielten musste, konnte trotz einiger Möglichkeiten kein Team den Sieg erzwingen.
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