München - Strahlende Mienen in Mainz, Köln und München, lange Gesichter in Aachen und Freiburg, Ärger in Augsburg und ein Unentschieden zwischen Lautern und Gladbach - beim Auftakt in die 34. Saison der 2. Fußball-Bundesliga lief nicht alles nach Wunsch.
Der 1. FC Kaiserslautern hat am Montag im ersten Zweitliga-Duell gegen Borussia Mönchengladbach einen Saisonstart nach Maß verpasst. Die Pfälzer trennten sich vom Bundesliga-Absteiger 1:1 (0:0). Vor der bundesliga-reifen Rekord-Kulisse von 46 615 Zuschauern entwickelte sich zwar eine flotte Zweitliga-Partie, doch spielerische Höhepunkte und nennenswerte Chancen blieben weitgehend aus. Die Roten Teufel gingen erst in der 83. Minute durch Steffen Bohl in Führung, die Sascha Rösler zwei Minuten später wieder ausglich. In der dramatischen Schlussphase wurde Bugera (87.) wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen.
Ex-Bundesligist FSV Mainz 05 erwischte mit dem 4:1 gegen den TuS Koblenz einen Start nach Maß, der 1. FC Köln rechtfertigte mit dem 2:0 beim FC St. Pauli seine Rolle als Aufstiegsfavorit, und der TSV 1860 München stürmte mit dem 6:2-Schützenfest über den FC Augsburg zunächst an die Tabellenspitze. Das hitzige Derby wird wegen eines verbalen Ausrutschers des Augsburger Stadionsprechers ein Nachspiel haben.
Alemannia Aachen (2:2 gegen Jena) mit Weltmeister Guido Buchwald auf der Trainerbank und der SC Freiburg (1:2 in Osnabrück) leisteten sich zwei Ex-Bundesligisten einen Fehlstart. Von den Klassen-Neulingen gelang neben dem VfL Osnabrück auch dem SV Wehen Wiesbaden ein Drei-Punkte-Start. Das 3:2-Siegtor im Dorfclub-Duell mit 1899 Hoffenheim köpfte Patrick Bick in der Nachspielzeit. Da ist noch ein Schuss Naivität dabei gewesen, kritisierte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick das Verhalten seiner Mannschaft bei den Gegentoren. Mit einem Punkt musste sich Fürths Trainerneuling Bruno Labbadia beim 1:1 in Aue begnügen. Einen wichtigen Auswärtssieg landete Offenbach beim 2:0 in Paderborn.
Petr Ruman (55.) und Markus Feulner (56.) mit einem Doppelschlag sowie Damir Vrancic (72.) machten vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Mainzer Bruchweg den Sieg für Mainz perfekt. Feulner (5.) hatte Mainz früh in Führung geköpft, Anel Dzaka (43.) gelang kurz vor der Pause der Ausgleich für die von Uwe Rappolder und Mario Basler betreuten Koblenzer. Das war großer Sport, es hat richtig Spaß gemacht. Meine Jungs haben unglaublich leidenschaftlich gekämpft, freute sich FSV-Trainer Jürgen Klopp.
Nach zwei 0:3-Pleiten gegen Augsburg in der Vorsaison nahmen die Münchner Löwen mit ihrem höchsten Auswärtssieg im Profifußball erfolgreich Revanche in einem turbulenten bayerischen Derby, in dem sich Antoni di Salvo als dreifacher Torschütze hervortat. Das irreguläre Führungstor von 1860 durch Berkant Göktan (16.) und eine umstrittene Rote Karte für FCA-Verteidiger Roland Benschneider brachten den FCA mächtig in Rage. Nach Spielende hatten sich die erhitzten schwäbischen Gemüter beruhigt. Ich gratuliere München. Sechs Tore auswärts, das muss man erst einmal schaffen, sagte FCA-Manager Andreas Rettig.
Für einen Eklat sorgte FCA-Stadionsprecher Rolf Störmann, der zur Pause über Mikrofon verkündete, das Münchner Führungstor sei irregulär gewesen. Die TV-Bilder bestätigten, dass nach Göktans Freistoß der Ball nicht komplett die Torlinie passiert hatte. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hielt Störmanns Faux-Pas allerdings in seinem Bericht an den DFB-Kontrollausschuss fest. FCA-Manager Andreas Rettig entschuldigte sich nach dem Spiel in aller Form. Der Verein hat sich nicht mit Ruhm bekleckert.
Das Kölner Starensemble enttäuschte am Hamburger Millerntor, doch die Erleichterung nach dem gelungenen Saisonauftakt war groß. Bei dem Umfeld wäre alles gleich wieder in Frage gestellt worden, sagte FC-Trainer Christoph Daum nach dem eminent wichtigen Sieg durch die Tore der Starstürmer Patrick Helmes und Milivoje Novakovic.
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