Dortmund - Borussia Dortmunds Chefcoach Bert van Marwijk konnte mit der Formel vom gerechten Unentschieden nichts anfangen. Wenn eine Mannschaft hätte gewinnen müssen, dann meine, konterte er nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05 unwirsch einen entsprechenden Kommentar seines Kollegen Jürgen Klopp.
Mit nur einem Punkt und einem Tor aus den ersten beiden Bundesliga-Partien legte der in den UEFA- Cup strebende BVB wieder mal einen Fehlstart hin. Ich fühle mich irgendwie in die vergangene Saison versetzt. Die Luft wird nun rauer werden, fürchtet Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller und übte Selbstkritik: Nach dem 1:0 muss man abgezockter sein. Tatsächlich stellten sich die BVB-Profis nach dem Führungstor von Bundesliga-Debütant Martin Amedick (76.) ziemlich amateurhaft an und ließen im Freudentaumel gleich im Gegenzug dem Mainzer Neuling Edu freie Bahn zum 1:1. Dass dem vom Zweitligisten Eintracht Braunschweig gekommenen Amedick der Ausgleich anzulasten war, ist Ironie des Schicksals. Ich bin nicht richtig zum Gegenspieler hingekommen, sagte das 23-jährige Talent, das Sekunden zuvor noch Freude pur empfunden hatte.
Für van Marwijk waren aber nicht nur seine Spieler, die aus vielen Chancen kein Kapital schlagen konnten, für die Punkteteilung verantwortlich, sondern vor allem Schiedsrichter Felix Brych. In der 63. Minute erkannte der Unparteiische aus München ein Tor von Nelson Valdez wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht an, Sekunden vor Spielende verweigerte er den Dortmundern nach Foul von Du-Ri Cha an Dede einen Foulelfmeter. Ich habe das Gefühl, es war ein Elfmeter und es war ein regelgerechtes Tor, ärgerte sich der Niederländer.
Trotz der Enttäuschung über den Dämpfer glaubt er an die Entwicklungsfähigkeit seines neu formierten Teams, in das der BVB nach abgeschlossener Sanierung kräftig investierte. Wir haben gesehen, dass die Mannschaft Potenzial hat. Ich habe viel Vertrauen in die Spieler, sagte van Marwijk. Nach den Neuzugängen Valdez, Alexander Frei und Steven Pienaar soll möglichst schon in der Partie beim VfB Stuttgart der in der vergangenen Woche verpflichtete Brasilianer Tinga für weitere Impulse sorgen. Er ist ein richtiger Kämpfer, berichtete sein Landsmann Dede über den Mittelfeldspieler.
Richtige Freude über das Remis beim Ex-Meister wollte auch im Mainzer Lager nicht aufkommen, obwohl damit der beste Auftakt der jungen Bundesliga-Geschichte des Clubs markiert wurde. Die Jungs machten in der Kabine keinen glücklichen Eindruck, sagte Klopp. Neu- Nationalspieler Manuel Friedrich bestätigte das: Wir sind enttäuscht, nicht gewonnen zu haben. Vier Punkte hören sich nicht schlecht an, aber ich wollte sechs.
Weitere Sympathiepunkte konnten die couragiert und diszipliniert spielenden Mainzer auf jeden Fall hinzugewinnen. Taktisch hätten wir es noch besser regeln können, meinte Klopp, doch für heute hat es gereicht. Obwohl er das Unentschieden gerecht fand, betonte er jedoch: Ich habe nicht das Gefühl, beschenkt worden zu sein.
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