Frankfurt/Main - Ironisch, bissig, bisweilen sogar zynisch: Schon nach zwei Spieltagen ist Klaus Augenthaler spürbar gereizt.
Während der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 0:0 bei Eintracht Frankfurt mit seinem Team hart ins Gericht ging, versuchte Michael Thurk in den Katakomben der Commerzbank-Arena immer noch, sein Heimdebüt im Frankfurter Trikot in Worte zu fassen. Mit seinem unglücklichen Auftritt hatte der Angreifer großen Anteil daran, dass Augenthaler sein Team nicht noch schärfer kritisieren musste.
In der Schule hätte man gesagt, der Schüler hat sich bemüht. Meine Tochter hat danach immer einen Anschiss bekommen, schimpfte der VfL-Coach nach dem schwachen Auftritt seines Teams, das am Ende mit einem glücklichen Punkt die Heimreise antreten konnte: Wir haben schwach angefangen und dann ganz stark nachgelassen. Das war gar nichts von meiner Mannschaft.
Besonders unzufrieden war der Weltmeister von 1990 mit seiner Offensivabteilung. Wenn man in der zweiten Halbzeit nur einmal aufs Tor schießt und dann aus elf Metern noch nicht einmal trifft, sagt das doch alles, erklärte Augenthaler. Der 48-Jährige spielte auf seinen argentinischen Angreifer Diego Klimowicz an, der in der 81. Minute mit einem Foulelfmeter an Frankfurts Torhüter Markus Pröll gescheitert war. Wie Klimowicz enttäuschte vor 40 000 Zuschauern auch Nationalspieler Mike Hanke. Ihm fehlt noch die Frische. Er hat bei der WM ja auch 20 Minuten gespielt, kommentierte Augenthaler den harmlosen Auftritt seines Angreifers bissig.
Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel war während der 90 Minuten zwar ebenfalls kein Torjubel vergönnt gewesen, dennoch konnte er mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein. Wir haben uns im Vergleich zum Schalke-Spiel deutlich gesteigert und hätten einen Sieg verdient gehabt, meinte der Eintracht-Coach.
Dass Funkel sich nicht über den ersten Heimerfolg seit dem 18. März (5:2 gegen MSV Duisburg) freuen konnte, lag maßgeblich an Neuzugang Thurk. Natürlich kann ich nicht zufrieden sein. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, schon einmal so viel Pech gehabt zu haben, sagte der nach viel Wirbel von Mainz an den Main gewechselte Stürmer, nachdem er sechs Top-Chancen vergeben hatte. Vielleicht habe ich mir die Treffer ja für das nächste Spiel in Mainz aufgehoben. Da weiß ich schließlich, wo die Tore stehen, sagte der Angreifer mit Blick auf das Rhein-Main-Derby.
Fehlen wird den Frankfurtern dann Sotirios Kyrgiakos. Der Grieche ließ sich zwei Minuten vor dem Ende seines ersten Pflichtspiels für die Eintracht zu einem leichten Schubser gegen Klimowicz hinreißen. Schiedsrichter Markus Schmidt zeigte dem Abwehrspieler die Rote Karte. Die Entscheidung war ein Hohn und maßlos überzogen, schimpfte Funkel. Sogar Augenthaler monierte die vermeintliche Schauspieleinlage seines Stürmers: Allerdings habe ich die Szene nicht genau gesehen, weil ich gerade wieder etwas notieren musste, was mir am Spiel meiner Mannschaft nicht gepasst hat.
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