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Bremens Diego neuer Liga-Star - Schalke im Glück | 2006-08-20


Düsseldorf - Die Fußball-Bundesliga hat einen neuen Star. Werder Bremens Spielmacher Diego war mit seinem Ball-Zauber der Erfolgsgarant beim 2:1 in der Spitzenpartie des zweiten Spieltages gegen Bayer 04 Leverkusen.

Dass er nach zwei Spielen schon so hochgejubelt wird, passt mir eigentlich gar nicht, sagte Werder- Sportdirektor Klaus Allofs, dafür ist es noch viel zu früh. Dennoch zeigte auch er sich von dem grandiosen Fallrückzieher und der Vorarbeit des Brasilianers zu beiden Treffern beeindruckt: Natürlich konnte man auch heute wieder sehen, was er alles drauf hat.

Etwas kritischer betrachtete Bremens Torjäger Miroslav Klose die Diego-Show. Wenn er noch öfter abspielen würde, könnten die anderen noch mehr davon profitieren, monierte der Nationalstürmer. Die Leverkusener haderten derweil mit den vielen vergebenen Chancen. Die kaltschnäuzigere Mannschaft hat gewonnen, gab Bayer-Profi Paul Freier zu. Für seinen Trainer Michael Skibbe war die Partie ein Fingerzeig für die Zukunft: Meine Mannschaft kann und wird wachsen.

Ob der bisher über sich hinaus gewachsene 1. FC Nürnberg, der gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) auch die zweite Saisonpartie gewann, in der Erfolgsspur bleiben kann, wird sich in der kommenden Woche beim Gastspiel beim FC Bayern zeigen. In München können wir befreit aufspielen, sechs Punkte haben wir schon mal, meinte Torjäger Markus Schroth gelassen.

Abgesehen vom fränkischen Überraschungsteam, den Bremern und Leverkusen haben die selbst ernannten Titelaspiranten noch nichts Großes geleistet. Der FC Schalke gewann zwar 1:0 beim Aufsteiger Alemannia Aachen - aber wie. Wir haben das Glück gebraucht, es war ein hartes Stück Arbeit, gestand 04-Trainer Mirko Slomka.

Auch beim Hamburger SV läuft nicht viel zusammen. Das 2:2 bei Liga-Rückkehrer Energie Cottbus, der Verkauf von Khalid Boulahrouz zum FC Chelsea und Rot für Guy Demel drückten auf die Stimmung vor der Champions-League-Qualifikation in Pamplona. Das war kein schöner Nachmittag, sagte HSV-Coach Thomas Doll und warnte: Das darf uns am Dienstag nicht passieren, sonst sind wir weg.

Dabei hätte es noch schlimmer kommen können, denn David Jarolim hätte nach seinem absichtlichen Handspiel ebenso vom Platz gemusst wie Demel, der Kevin McKenna an die Gurgel gegangen war. Ein disziplinarisches Nachspiel ist nicht ausgeschlossen. Die bisherigen sechs Roten Karten an nur zwei Spieltagen markieren auch so schon einen Bundesliga-Rekord.

Nur schwer in Tritt kommt auch Borussia Dortmund, das große Töne spuckte und beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 nur kleine Brötchen backen konnte. Die Luft wird nun rauer werden, sagte BVB-Torwart Roman Weidenfeller. Für die Mainzer sind ein Sieg und ein Remis der beste Start in ihrer jungen Bundesliga-Historie, aber kein Grund zur Zufriedenheit. Vier Punkte hören sich nicht schlecht an, aber ich wollte sechs, meinte Neu-Nationalspieler Manuel Friedrich.

Euphorie und Entsetzen waren die Gegensätze im Berliner Olympiastadion. Mit einem 4:0-Torfestival und mitreißendem Offensiv- Fußball läutete Hertha BSC gegen Hannover 96 vor heimischem Publikum die Ära nach Marcelinho ein. Wir wollen Spaß haben und verbreiten, sagte Jung-Nationalspieler Malik Fathi. Dagegen herrschte bei den Niedersachsen nach zwei Niederlagen mit acht Gegentoren nur noch Tristesse. Wir müssen froh sein, nicht noch höher verloren zu haben, meinte 96-Coach Peter Neururer deprimiert.

Wenig begeistert war auch sein Kollege Klaus Augenthaler über die Nullnummer seines VfL Wolfsburg bei Eintracht Frankfurt. Wir haben schwach angefangen und dann stark nachgelassen, sagte der Bayer, der sich zudem über Diego Klimowicz vergebenen Elfmeter (81.) ärgern musste. Sarkastisch kommentierte Augenthaler den schwachen Auftritt von Mike Hanke: Ihm fehlte noch die Frische. Er hat bei der WM ja auch 20 Minuten gespielt.


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