Hamburg - Der überraschende Wechsel von Khalid Boulahrouz vom Hamburger SV zum FC Chelsea wirft immer mehr Fragen auf und scheint nicht nur finanzielle Gründe zu haben.
Alle wissen, dass Khalid kein einfacher Mensch ist, verteidigte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in der DSF-Sendung Doppelpass den spektakulären Verkauf für 13 Millionen Euro. Wir haben es uns ganz genau überlegt, denn es tut weh, so einen Spieler abzugeben. Es war nicht nur eine kaufmännische Entscheidung, im Gesamtblick auf Khalid war es die richtige Entscheidung, sagte Beiersdorfer. Boulahrouz ist der zweite Innenverteidiger nach Daniel van Buyten, der verkauft wurde.
Eine hartnäckige Zyste im Knie und die menschlichen Schwächen des 24-Jährigen, der sowohl auf dem Platz als auch in seinem schnellen Auto öfter die Regeln vernachlässigte, haben eine große Rolle gespielt. Zuletzt wirkte sogar die Bänderverletzung, die er sich vor dem Hinspiel in der Champions League-Qualifikation gegen CA Osasuna (0:0) ohne Fremdeinwirkung beim Aufwärmen zugezogen hatte, immer ominöser. Ich würde ihm nie so etwas unterstellen, dass er das extra gemacht hat, sagte Beiersdorfer.
HSV-Trainer Thomas Doll wollte sich eine vorgetäuschte Verletzung des niederländischen Nationalspielers gar nicht vorstellen: Wenn es so sein sollte, wäre es eine große Enttäuschung. Unverständlich empfanden die HSV-Spieler die Entscheidung des Niederländers, nicht mit nach Cottbus zu fahren. Er sei mental nicht bereit gewesen, lautete die Begründung.
Boulahrouz bestand den für seinen neuen Vertrag noch notwendigen medizinischen Check in London. Chelsea-Trainer José Mourinho lobte anschließend seine Neuerwerbung. Er ist ein Spieler, der auf vielen Positionen spielen kann. Solche Profis brauchen wir, sagte der Erfolgscoach.
Noch in dieser Woche soll in Hamburg ein Ersatz für den Verteidiger präsentiert werden, allerdings nicht mehr vor dem Rückspiel in Pamplona, für das der HSV dringend Alternativen bräuchte.
Die hartnäckige Adduktorenzerrung von Linksverteidiger Thimothee Atouba macht eine Reise nach Nordspanien sinnlos. Es zeichnete sich schon ab, bestätigte HSV-Pressesprecher Jörn Wolf. Abwehrchef Vincent Kompany wird dagegen mit im Charterflieger nach Pamplona sitzen. Seine Leistenverletzung ist am Abklingen.
Nicht mehr zum Kreis der Nachfolge-Kandidaten für Boulahrouz gehört der 26 Jahre alte Franzose Jean-Alain Boumsong von Newcastle United. Nein, mit ihm verhandeln wir nicht, sagte Beiersdorfer. Doll geht davon aus, dass wir Khalid ebenso gut wie Daniel van Buyten ersetzen werden.
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