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Real wieder mit schlechtem Saisonstart | 2006-08-20


Madrid - Millionen von Euro für neue Spieler ausgegeben, aber doch schlecht gespielt und verloren: Für Real Madrid beginnt die neue Spielzeit kaum anders als die vorigen drei Saisons, in denen der spanische Fußballrekordmeister nicht einen einzigen Titel gewinnen konnte.

Mit 62 Millionen Euro gaben die Madrilenen mehr Geld für neue Spieler aus als die anderen Vereine der Primera División. Auf dem Rasen präsentierten die Königlichen sich jedoch alles andere als majestätisch. Eine Woche vor Beginn der Punktspiele blamierten sie sich beim traditionellen Carranza-Turnier in Cádiz und belegten den letzten Platz von vier Mannschaften. Auf eine Niederlage gegen Betis Sevilla (3:3/4:5 im Elfmeterschießen) folgte eine 0:1-Schlappe gegen den Champions-League-Halbfinalisten FC Villarreal. Das Publikum verhöhnte die erschreckend schwachen Real-Kicker mit Rufen wie Absteiger.

Meister sind die Madrilenen derzeit nur beim Geldausgeben. Am Wochenende machten sie die Verpflichtung des Maliers Mahamadou Diarra perfekt. Der Mittelfeldspieler von Olympique Lyon ist mit einer Ablösesumme von 26 Millionen Euro der teuerste Neuerwerb der Saison. Er erhält einen Fünfjahresvertrag und soll die seit Jahren klaffende Lücke im defensiven Mittelfeld schließen.

Zuvor hatte Real bereits den Brasilianer Emerson für 16, den Niederländer Ruud van Nistelrooy für 15 und den Italiener Fabio Cannavaro für 5 Millionen Euro unter Vertrag genommen. Und die Einkaufstour ist noch nicht beendet. Nun wollen die Madrilenen dem FC Arsenal noch den spanischen Stürmer José Antonio Reyes abwerben.

Die Verpflichtung des kräftigen und technisch wenig versierten Diarra stieß in Madrid nicht gerade auf Begeisterung. Bei den Fans und in der Presse macht sich die Befürchtung breit, Trainer Fabio Capello könnte dem weißen Ballett einen defensiven Hauruck-Stil eintrimmen nach der Devise: Hauptsache gewinnen, egal wie. Real holt sich mehr Metall für seinen Bunker, kommentierte die Zeitung El Mundo den Neuerwerb. Das Sportblatt Marca warnt: Wenn das schöne Spiel ausbleibt, werden die Fans bald fragen: Wo bleibt Kaká?

Reals neuer Präsident Ramón Calderón war Anfang Juli ins Amt gewählt worden mit den Versprechen, den Brasilianer Kaká (AC Mailand), den Spanier Cesc Fabregas (FC Arsenal) und den Niederländer Arjen Robben (FC Chelsea) nach Madrid zu holen. Er konnte jedoch keines seiner Wahlversprechen einlösen.

In der Madrider Sportpresse halten sich zwar noch Spekulationen, Real könnte den AC Mailand zu einem Tausch von Kaká gegen dessen Landsmann Ronaldo bewegen; denn Milan soll - wie auch der Lokalrivale Inter - an dem Torjäger interessiert sein. Aber dass die Mailänder nach dem Weggang von Andrej Schewtschenko mit Kaká ihren wichtigsten Spieler abgeben, dürfte praktisch ausgeschlossen sein. Zudem wäre der Brasilianer für Real in der Champions League nicht spielberechtigt.


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