Bielefeld - Der überragende Cacau hat für den VfB Stuttgart ein verloren geglaubtes Spiel aus dem Feuer gerissen und den totalen Fehlstart der Schwaben in der Fußball-Bundesliga abgewendet.
Mit dem 3:2 (1:0) am Sonntag bei Arminia Bielefeld machte die Mannschaft von Trainer Armin Veh die 0:3-Heimpleite zum Saisonauftakt gegen den 1. FC Nürnberg wett. Der brasilianische VfB-Stürmer traf vor 22 095 Zuschauern in der Schüco Arena zwei Mal (73., 82.), Fernando Meira (39.) hatte die Stuttgarter in Führung geschossen.
Die eingewechselten Abdelaziz Ahanfouf (65.) mit einem umstrittenen Handelfmeter und der bei Borussia Mönchengladbach ausgemusterte Jörg Böhme (76.) hatten jeweils für den Ausgleich der Arminia gesorgt. Nachdem Stuttgarts mexikanischer Verteidiger Ricardo Osorio wegen des Handspiels vor dem Strafstoß (Rote Karte) und Antonio da Silva wegen wiederholten Foulspiels (Gelb-Rot) vom Platz mussten, hatte alles nach einem Heimsieg für Bielefeld ausgesehen.
Gleich auf vier Positionen hatte Veh, der am 11. Februar mit einer 1:2-Niederlage auf der Bielefelder Alm seine Premiere als Chefcoach der Schwaben gefeiert hatte, seine Elf im Vergleich zur 0:3-Blamage gegen den 1. FC Nürnberg am ersten Spieltag umgestellt. Meira, Antonio da Silva, Cacau und Ludovic Magnin kamen rein, der schwedische Neuzugang Alexander Farnerud, Markus Babbel und Mario Gomez wurden auf die Bank verbannt. Nationalspieler Thomas Hitzlsperger stand nicht einmal im Aufgebot. Das rigorose Durchgreifen des Trainers und die weit reichende Rotation wirkte sich dann auch prompt spürbar positiv auf das Spiel der Schwaben aus.
Vor allem der neue Kapitän Meira sorgte für mehr Stabilität in der gegen den Club äußerst anfälligen Hintermannschaft. Zudem schaltete sich der Portugiese immer wieder in den Angriff ein und sorgte so für ein Übergewicht der Gäste in den ersten 45 Minuten. Zunächst scheiterten zwar Daniel Bierofka (3.) und der Schweizer Magnin (38.) an Arminen-Torwart Mathias Hain. Doch gegen Meiras Kopfball nach einer Ecke von da Silva war auch Bielefelds Schlussmann machtlos.
Während der VfB im Gegensatz zur Vorwoche gefällig agierte und das Zusammenspiel zwischen den Mannschaftsteilen hervorragend funktionierte, enttäuschten die Ostwestfalen zunächst ihre Anhänger. Vor allem die Abwehr, wo Marcio Borges erstmals seit mehr als fünf Monaten wieder in der ersten Elf stand, war anfällig. Torchancen der Gastgeber ergaben sich auf dem nassen Rasen nur durch Distanzschüsse, die VfB-Keeper Timo Hildebrand aber entschärfen konnte.
Erst mit der Hereinnahme des vom MSV Duisburg auf die Alm gewechselten Ahanfouf erwachten die Bielefelder nach dem Seitenwechsel aus ihrer Lethargie. Der Angreifer schnappte sich auch nach dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) sofort den Ball und ließ Hildebrand keine Abwehrmöglichkeit. Doch für den glücklichen Schlusspunkt aus Sicht der Gäste sorgte Cacau.
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