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Stuttgart gewinnt in Bielefeld - Cacau überragend | 2006-08-20


Bielefeld - Der überragende Cacau hat für den VfB Stuttgart ein verloren geglaubtes Spiel aus dem Feuer gerissen und den totalen Fehlstart der Schwaben in der Fußball-Bundesliga abgewendet.

Mit dem 3:2 (1:0) bei Arminia Bielefeld machte die Mannschaft von Trainer Armin Veh die 0:3-Heimpleite zum Saisonauftakt gegen den 1. FC Nürnberg wett. Der brasilianische VfB-Stürmer traf vor 22 095 Zuschauern in der Schüco Arena zwei Mal (73., 82.), Fernando Meira (39.) hatte die Stuttgarter in Führung geschossen.

Die eingewechselten Abdelaziz Ahanfouf (65.) mit einem umstrittenen Handelfmeter und der bei Borussia Mönchengladbach ausgemusterte Jörg Böhme (76.) hatten jeweils für den Ausgleich der Arminia gesorgt. Nachdem Stuttgarts mexikanischer Verteidiger Ricardo Osorio wegen des Handspiels vor dem Strafstoß (65./Rote Karte) und Antonio da Silva wegen wiederholten Foulspiels (80./Gelb-Rot) vom Platz mussten, hatte alles für einen Bielefelder Heimsieg gesprochen.

Doch die weit reichende Rotation von Veh, der am 11. Februar bei seiner Premiere als Chefcoach der Schwaben noch eine 1:2-Niederlage auf der Alm kassierte, machte sich schließlich bezahlt und ließ den bereits mächtig unter Druck stehenden VfB-Coach aufatmen. Auf vier Positionen hatte er seine Elf im Vergleich zur Pleite gegen den Club umgestellt. Meira, da Silva, Cacau und Ludovic Magnin kamen rein, der schwedische Neuzugang Alexander Farnerud, Markus Babbel und Mario Gomez wurden auf die Bank verbannt. Nationalspieler Thomas Hitzlsperger stand nicht einmal im Aufgebot.

Wir haben alles gegeben und auch für den Trainer gespielt, sagte VfB-Torwart Hildebrand. Wir haben Leidenschaft gezeigt und waren aggressiv. Hut ab vor der Energieleistung meiner Mannschaft. So müssen wir uns präsentieren, sagte Veh. Sein Kollege Thomas von Heesen trauerte der Siegchance hinterher: Wir sind in einigen Situationen zu grün gewesen und hätten cleverer agieren müssen. Das Spiel wollten wir auf alle Fälle gewinnen.

Vor allem Meira sorgte für mehr Stabilität in der VfB-Abwehr. Zudem schaltete sich der Portugiese immer wieder in den Angriff ein und sorgte so für ein Übergewicht der Gäste in den ersten 45 Minuten. Zunächst scheiterten zwar Daniel Bierofka (3.) und der Schweizer Magnin (38.) an Arminen-Torwart Mathias Hain. Doch gegen Meiras Kopfball nach einer Ecke von da Silva war auch Hain machtlos.

Während der VfB im Gegensatz zur Vorwoche gefällig agierte und das Zusammenspiel zwischen den Mannschaftsteilen hervorragend funktionierte, enttäuschten die Ostwestfalen zunächst ihre Anhänger. Chancen ergaben sich auf dem nassen Rasen nur durch Distanzschüsse, die Hildebrand aber entschärfen konnte.

Erst mit der Hereinnahme des vom MSV Duisburg gekommenen Ahanfouf erwachten die Bielefelder nach dem Seitenwechsel aus ihrer Lethargie. Der Angreifer schnappte sich auch nach dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) sofort den Ball und ließ Hildebrand keine Abwehrmöglichkeit. Doch schließlich ließ Cacau mit seinem Traumtor per Distanzschuss aus 32 Metern den VfB jubeln.


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