Bremen - Er trägt zwar den gleichen Namen, spielt ähnlich spektakulär und ist sogar sieben Zentimeter größer, doch mit Fußball-Legende Diego Maradona will Werder Bremens neue Nummer 10 nicht verglichen werden.
Ich bin Diego. Ich weiß, was ich kann und woran ich noch zu arbeiten habe, betont der 21 Jahre alte Brasilianer, der die Bundesliga in nur 180 Minuten im Sturm erobert hat. Zwei Tore und drei Vorlagen des 14-maligen Nationalspielers haben Werder Bremen zu zwei Siegen verholfen und die erklärten Titel-Hoffnungen des ambitionierten viermaligen deutschen Meisters genährt.
Daran war an der Weser im Sommer, als Spielmacher Johan Micoud seine Koffer packte, kaum zu denken. Der eigenwillige Franzose, der Werder zu Meisterschaft und Pokalsieg führte, hatte tiefe Fußstapfen hinterlassen; diese auszufüllen schien für jeden Nachfolger äußerst schwierig zu werden. Nicht so für Diego. Der quirlige Regisseur, der den finalen Pass erstklassig zu spielen versteht, wies sofort jene Qualitäten nach, in die die Bremer sechs Millionen Euro Ablöse investiert haben. Er bringt genau die Fähigkeiten mit, die wir in der Offensive benötigen, lobte Trainer Thomas Schaaf bereits im Mai nach der Verpflichtung. Und behielt recht.
Dabei hatte Diegos vorheriger Übungsleiter, der anerkannte Co Adriaanse, Werders neuem Hoffnungsträger ein nicht eben beförderndes Zeugnis ausgestellt: Er hat ein Problem: Er schießt keine Tore. Außerdem müsse er seinen Aktionsradius vergrößern. Bei Werder muss er rennen, attackieren und Kilometer bolzen. Genau das tut der Gescholtene mittlerweile für seinen neuen Arbeitgeber und kontert mit breiter Brust: Ich war nie ein anderer Spieler, auch beim FC Porto nicht. Es liegt nur am Trainer, ob er mich einsetzt oder nicht.
Schaaf und Manager Klaus Allofs haben offenbar auch bei Diego ein sehr gutes Händchen bewiesen. Ein zu gutes vielleicht sogar, denn Allofs ist die Euphorie um den neuen Star der Eliteliga schon fast unheimlich. Dass er nach zwei Spielen schon so hochgejubelt wird, passt mir eigentlich gar nicht. Dafür ist es noch viel zu früh.
Sorgen machen muss Allofs sich aber dennoch nicht. Denn der neue Publikumsliebling steht mit beiden Beinen auf dem Platz: Ich will immer der Mannschaft helfen. Das versuche ich, auch wenn es nicht immer gelingt. Und wenn er dann doch mal abzuheben droht, gibt es in seiner neuen Umgebung genügend starke Kollegen, die ihn auf den Boden zurückholen. Selbst der eher zurückhaltende Miroslav Klose könnte dann lauter werden. Wenigstens in der Kabine. Davor klingt die Kritik moderater, wie nach dem 2:1 gegen Leverkusen: Wenn Diego noch öfter abspielen würde, könnten die anderen noch mehr davon profitieren.
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