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Wirbel um Schadensersatz: Juve bestreitet Klage | 2006-08-25


Rom - Der Rechtsstreit zwischen Juventus Turin und dem italienischen Fußballverband (FIGC) um die Urteile im Fußballskandal verschärft sich weiter.

Der zum Zwangsabstieg in die Zweite Liga verurteilte Rekordmeister droht dem FIGC indirekt mit einer Schadenersatzforderung in Höhe von 130 Millionen Euro. Juve betonte zwar, dass man entgegen anders lautender Meldungen noch keine Klage beim Verwaltungsgericht (TAR) in Rom eingereicht habe, behielt sich diese aber ausdrücklich vor. Der Verband habe wegen der Meldungen über Juves angebliche Klage sofort gekontert und seinerseits eine Schadenersatzklage gegen Juve wegen Imageschädigung angedacht, berichtete die La Gazzetta dello Sport.

Juve klagt vor dem TAR auf Aufhebung der Sportgerichtsurteile. In seiner 53-seitigen Klageschrift fordert Juve die Wiedereingliederung in die Erste Liga sowie die Rückgabe der aberkannten Meistertitel 2005 und 2006. Die Turiner halten den gegen sie verhängten Zwangsabstieg in die Serie B mit 17 Strafpunkten sowie die Aberkennung der Titel für unverhältnismäßig hart, da die Mitangeklagten AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom in der Serie A bleiben durften.

Voraussichtlich am 31. August wird sich das Gericht in Rom mit Juves Eilantrag befassen, der den ohnehin schon auf den 9. September verschobenen Ligastart blockieren könnte. Sollte Juve mit einer Schadenersatzforderung Recht bekommen, droht dem FIGC wenige Wochen nach dem Gewinn des Weltmeistertitels die Pleite, machte die La Gazzetta dello Sport die Tragweite des Streits deutlich.

Beharrt der Verband auf Juves Verbannung in die Serie B, kalkuliert der Club den Schaden in seiner Klageschrift auf 130 Millionen Euro. Bei einer Wiedereingliederung in die Serie A beliefe sich der Verlust durch die Flucht zahlreicher Stars, Einnahmeausfälle und den Wertverfall der Juve-Aktien immerhin noch auf 70 Millionen Euro.

Die Berechnung der erlittenen Verluste dient Juve als Drohung für die ausdrücklich vorbehaltene Schadenersatzklage und als Argument in dem angestrebten Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Gelingt es Juve nachzuweisen, dass sich der Schaden durch die Sportgerichtsurteile auf 70 oder gar 130 Millionen Euro beläuft, so würde dies nach Angaben der La Gazzetta dello Sport 30 bzw. 60 Prozent des Jahresumsatzes der Juve-Aktiengesellschaft entsprechen.

Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli beruft sich auf eine europäische Richtlinie, wonach eine Strafe die Einnahmen einer Gesellschaft nicht um mehr als 10 Prozent verringern dürfe. Die Bestrafung durch die Sportjustiz würde Juve jedoch sehr viel stärker schädigen und wäre demzufolge unrechtmäßig.


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