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Neuling Aachen deklassiert Hannover 96 mit 3:0 | 2006-08-26


Hannover - Aufsteiger Alemannia Aachen ist in der Fußball-Bundesliga angekommen. Der bisher punkt- und torlose Neuling deklassierte auswärts den Tabellenletzten Hannover 96 durch Tore von Jan Schlaudraff (15.), Sascha Dum (47.) und Rainer Plaßhenrich (72.) mit 3:0 (1:0).

Beim ersten Bundesliga-Sieg seit mehr als 36 Jahren profitierte die Alemannia erheblich von der permanenten Formkrise der Niedersachsen. Nach elf Partien ohne Erfolg wackelt der Stuhl von 96-Trainer Peter Neururer bedenklich. Die 30 078 maßlos enttäuschten Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft nach einer völlig indiskutablen Leistung mit gellenden Pfiffen und forderten mit Neururer raus-Rufen die Entlassung des Trainers.

Nach acht Gegentoren in den zwei Auftaktpartien hatte Neururer sein Team auf zwei Posten geändert. Für den gesperrten Michael Tarnat verteidigte der Schwede Christoffer Andersson auf der linken Seite. Außerdem rückte der zuletzt vom 96-Trainer kaum berücksichtigte Mannschaftskapitän Altin Lala als Abräumer im Mittelfeld in die Startelf. Nationalspieler Thomas Brdaric wurde gar nicht mehr berücksichtigt. Er zählte nicht zum Aufgebot und verfolgte mit seinem Sohn die Begegnung auf der Tribüne.

Bereits die erste Chance der vielbeinig verteidigenden Aachener führte zur unerwarteten Führung. Nach einem schönen Steilpass von Sascha Rösler überlief Schlaudraff die 96-Abwehr und lupfte den Ball über Torhüter Robert Enke. Es war das erste Aachener Erstliga-Tor seit dem Treffer von Herbert Gronen beim 3:2 gegen den MSV Duisburg am 3. Mai 1970. Die Gastgeber benötigten 20 Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen. Doch weder Jiri Stajner (35.) und Frank Fahrenhorst (37.) noch Szabolcs Huszti (38.) konnten in der Drangphase vor der Pause den starken Alemannia-Torwart Stephan Straub überwinden.

Trotz der ideenlosen Vorstellung seiner Mannschaft zog Neururer in der Kabine keine personellen Konsequenzen und verzichtete auf Auswechslungen. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff schloss Dum einen der gefährlichen Aachener Konter zur 2:0-Führung ab. Von diesem erneuten Rückschlag erholte sich Hannover 96 nicht mehr. Im Gegenteil: Das Team von Aachens Trainer Dieter Hecking, der früher selbst für 96 spielte, verteidigte nicht nur mit Glück und Geschick den Vorsprung. Mannschaftskapitän Plaßhenrich machte mit dem dritten Tor gegen die verunsicherte 96-Abwehr das Debakel für die Neururer-Elf komplett.


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