München - Der deutsche Fußball-Meister Bayern München hat die Tabellenführung verpasst und dem 1. FC Nürnberg die Bundesliga- Spitze nicht streitig machen können.
Vor 69 000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena rettete vor allem der unüberwindbare Club-Torhüter Raphael Schäfer den Gästen beim 0:0 im 174. bayerisch-fränkischen Derby den ersten Punkt in der Landeshauptstadt seit viereinhalb Jahren. In der spannenden Schlussphase versuchten es die Münchner mit der Brechstange, die Franken entführten letztlich glücklich einen Punkt aus dem Duell der beiden weiter ungeschlagenen Mannschaften.
Wir waren gegen den Tabellenführer die bessere Mannschaft, meinte Bayern-Manager Uli Hoeneß, der das Remis ebenso wie Gäste- Trainer Hans Meyer als glücklich ansah. Wir hatten in der zweiten Halbzeit auch den lieben Gott etwas auf unserer Seite, gestand Meyer.
In einem über weite Strecken munteren Spiel boten die Gäste zunächst die gefälligeren Spielzüge, nach der Pause nahmen dann die druckvollen Bayern das Heft klar in die Hand. Doch vier Tage nach der 0:4-Pleite beim FC Barcelona hatten die Gastgeber insgesamt weiter Probleme im Spielaufbau. Im Mittelfeld fehlte manches Mal ein Anführer, der die Fäden in die Hand nahm - eine Rolle, die der am Samstag von FC Barcelona für drei Jahre verpflichtete Mark van Bommel übernehmen könnte. Er wird sechs Millionen Euro kosten und Owen Hargreaves bleibt trotzdem beim FC Bayern, sagte Hoeneß.
Die größte Chance des Spiels hatte der Münchner Roy Makaay in der 48. Minute. Nach Bastian Schweinsteigers Pass spielte er zwar Schäfer aus, doch der Niederländer, der in bislang drei Bundesliga-Derbys gegen den Club vier Tore erzielt hatte, schoss völlig unbedrängt aus drei Metern am leeren Tor vorbei. Normalerweise macht er die rein, war nicht nur Nationalverteidiger Philipp Lahm fassungslos. Zehn Minuten nach diesem Kunststück war für den Niederländer auch das Spiel zu Ende - für ihn kam Neuzugang Lukas Podolski. Doch auch der Ex-Kölner fand in Schäfer, der weiter ohne Gegentor in dieser Saison ist, seinen Meister.
Nominell wählte Gäste-Trainer Hans Meyer in seiner 25. Partie für den Club eine eher abwartende Aufstellung, doch auf dem Platz traten seine Nürnberger zunächst forsch und mutig in Erscheinung. Bereits in der 4. Minute verfehlte Jan Polak nach einer Flanke von Ivica Banovic das Tor der Bayern, in der 9. Minute bereitete der wendige Polak dann eine ebenfalls vergebene Chance von Banovic vor.
Schon in der 15. Minute lief Schäfer erstmals zur Bestform auf, als er gegen Daniel van Buyten die erste große Chance der Platzherren vereitelte. Auch bei Schüssen aus der zweiten Reihe - wie dem von Bastian Schweinsteiger in der 16. Minute - war der Nürnberger Kapitän auf dem Posten. Er rettete auch gegen den freistehenden Hasan Salihamidzic (27.) mit einer Glanztat. Auch nach dem Seitenwechsel (69.) war der 27-Jährige innerhalb weniger Sekunden weder von Roque Santa Cruz noch vom eingewechselten Podolski zu überwinden.
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