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Bielefeld in Stürmer-Not - Heynckes zufrieden | 2006-08-27


Mönchengladbach - Machtlos muss Arminia Bielefelds Trainer Thomas von Heesen mit ansehen, wie seine Mannschaft in der Fußball-Bundesliga nach hinten durchgereicht wird, weil vorne nichts mehr geht. Bei Borussia Mönchengladbach setzte es eine 0:1 (0:0)-Niederlage.

Drei Spiele, zwei Niederlagen, nur ein Punkt - die Lage ist angespannt. Bei der Suche nach einem Ausweg aus dem dramatischen Stürmer-Notstand flüchtete sich von Heesen in Galgenhumor: Ich habe keinen Spielerpass mehr. Ich werde keine Verstärkung sein.

Der Wadenbeinbruch von Angreifer Abdelaziz Ahanfouf macht das Dilemma nach dem 0:1 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach offenbar: Die Arminia hat nach den Dauer-Ausfällen von Fatmir Vata und Sibusiso Zuma kaum noch Angriffs-Alternativen und wird bis zum Transferende am 31. August auch keine mehr bekommen. Die Grenzen sind klar abgesteckt, verweist von Heesen, als Profi der Arminia und des Hamburger SV in 378 Erstliga-Einsätzen 100facher Torschütze, auf die mangelnde finanzielle Masse.

An die noch vorhandenen Angriffskräfte Ioannis Masmanidis und Christian Eigler richtete von Heesen trotz der Niederlage vor 41 129 Zuschauern im Borussia-Park kein böses Wort: Kein Vorwurf an die beiden. Es sind die Optionen, die wir im Moment haben. Doch der Defensiv-Verbund, seit Jahren die Stärke des Rekord-Aufsteigers, bekam nach dem spielentscheidenden Kopfballtreffer des Mönchengladbacher Brasilianers Kahe (60.) den Zorn des Trainers leise zu spüren: Die Zuordnung war ganz klar abgesprochen.

Marcio Borges hatte seinen Landsmann Kahe unbehelligt gelassen, doch den Sekundenschlaf hatten sie irgendwie alle. Von Heesen vermisste Wachsamkeit meiner Spieler, das Antizipieren. Ich erwarte, dass die Spieler so etwas vorausahnen können. Sie konnten nicht und müssen vor der nächsten Bundesliga-Aufgabe am 16. September gegen Meister Bayern München mit dem Kontakt zum Tabellenende leben. Von Heesen: Wir haben jetzt zu punkten. Ohne Wenn und Aber.

Über Mathias Hains Lippen kam es fast trotzig. Zerfließen in Selbstmitleid - das wird nicht der Fall sein, kündigte Arminias Torhüter und Kapitän an. Nur nicht die Nerven verlieren, sagte der ehemalige Gladbacher Bernd Korzynietz. Gemeinsam durchbeißen wolle man sich in dieser misslichen Lage, forderte von Heesen den Schulterschluss. Und gegen die Bayern haben wir schließlich nichts zu verlieren. Wir müssen voll angreifen, machte sich Verteidiger Heiko Westermann schon jetzt Mut für die schwere Aufgabe.

Mönchengladbachs Chefcoach Jupp Heynckes war nach dem zweiten Sieg im zweiten Heimspiel von zwei Faktoren sehr angetan: Vom Auftreten der Gäste (Mit viel Disziplin und Aggressivität) und dem Torschützen Kahe: Er hat sehr viel gearbeitet und eine gute Leistung gebracht. Es war erst der dritte Treffer im 29. Bundesliga-Spiel des Brasilianers, der seit dem 10. Dezember 2005 auf ein solches Erfolgserlebnis warten musste. Dieses Tor habe ich lange gesucht, jetzt bin ich froh, dass es geklappt hat, sagte Kahe, der unter Heynckes Anleitung Gewicht gemacht hat. Er ist spritziger und schneller geworden, lobte Heynckes. Wie viele Pfunde gefallen sind - das wollten weder der Trainer noch der Spieler verraten.


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