Frankfurt/Main - Im deutschen Profi-Fußball wird es künftig deutlich mehr Dopingkontrollen als bisher geben. Dies hat der Vorstand des Ligaverbandes der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf einer Sitzung in Hamburg einstimmig beschlossen.
Selbst wenn wir die Gefahr im Fußball in keiner Form vergleichbar mit dem Radsport sehen, nehmen wir die Problematik Doping sehr ernst, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. Die Liga werde sich daher verstärkt dem Kampf gegen Doping verschreiben.
Keine klare Position gibt es dagegen bislang in der sensiblen Frage einer Neuregelung der Sommer- und Winterpause in den Bundesligen. Nach eingehender Diskussion verschob der Vorstand zunächst eine Entscheidung. Rauball ließ jedoch keine Zweifel daran aufkommen, dass er dringenden Handlungsbedarf sieht. Im Vergleich zu den europäischen Top-Märkten leisten wir uns in der Bundesliga eine sehr lange Winterpause. Wir werden nicht umhin kommen, eine Reduktion offen mit den Clubs zu diskutieren, erklärte der eine Woche zuvor ins Amt gewählte Ligapräsident.
Auf der Generalversammlung in Berlin hatte Rauball bereits angekündigt, Optionen für Reformen im deutschen Fußball zu prüfen und den 36 Vereinen zu unterbreiten. Dazu zählt auch eine mögliche Neuausrichtung des Liga- und DFB-Pokals. Es gibt keine heiligen Kühe. Wir sollten jeden Stein umdrehen, hatte der 60 Jahre alte Jurist unmittelbar nach seiner Wahl erklärt.
Dazu zählt auch die Forcierung des Anti-Doping-Kampfes, der im Fußball bislang nur ein Schattendasein fristet. Im Jahr 2006 wurden vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) 886 Wettkampfkontrollen und nur 87 Trainingskontrollen in zwölf Spielklassen durchgeführt. Zum Vergleich: In der Leichtathletik waren es 1020 Trainingskontrollen.
Wilfried Kindermann, langjähriger Chefarzt der deutschen Olympia-Mannschaft und medizinischer Betreuer der DFB-Auswahl, schließt ein flächendeckendes Doping im Fußball zwar aus. Doch auch er sieht in Einzelfällen die Gefahr des Missbrauchs mit Anabolika, EPO oder Stimulanzien. Es bedarf im Fußball daher keiner Sonderbehandlung, hatte Kindermann unlängst erklärt.
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