München - Weiter ungeschlagen, noch kein einziges Gegentor kassiert - nach dem geglückten Coup beim deutschen Meister genossen Spieler und Verantwortliche des 1. FC Nürnberg ausgiebig die Leichtigkeit des Seins.
Das 0:0 ist eine schöne Sache und passt in unsere Gesamtstimmung, sagte Club-Coach Hans Meyer nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten Punktgewinn im bayerischen Derby beim FC Bayern München und dem besten Saisonstart seit dem letzten Meistertitel 1968. Das Herunterkommen kommt noch früh genug. Momentan genießen wird das noch.
Sieben Punkte aus drei Spielen - wenn uns das einer vorher gesagt hätte, hätte man ihn für verrückt erklärt, sagte Stürmer Markus Schroth nach dem vor allem in der ersten Halbzeit mutigen Auftritt der Franken in der mit 69 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena. In der Anfangsphase dominierten die Gäste sogar das Geschehen und konnten dabei auch spielerische Akzente setzen. Einen starken Eindruck hinterließ Neuzugang Tomas Galasek, der vor seiner jungen Abwehr die Räume eng machte und immer mehr in die erhoffte Rolle des Leitwolfs schlüpft. Die Entwicklungsprozesse in der Mannschaft sind zu erkennen, analysierte Manager Martin Bader.
Dass Nürnberg am Ende nicht vom oft beschworenen Bayern-Dusel bezwungen wurde, lag vor allem an Club-Schlussmann Raphael Schäfer, der die Stürmer des Rekordmeisters mit einer Parade nach der anderen zur Verzweiflung brachte. Raphael wächst in der Rolle des Kapitäns richtig, lobte Manager Bader seinen neuen Spielführer, der wie schon beim Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach der große Rückhalt des jungen Teams war. Der Rest war eine gehörige Portion Glück: Wir Franken hatten in der 2. Halbzeit auch etwas den lieben Gott auf unserer Seite, gestand Meyer nach seinem 25. Spiel als Club-Coach.
Die Nürnberger profitierten aber auch vom Unvermögen der Bayern-Angreifer - allen voran Roy Makaay. Der Niederländer brachte das Kunststück fertig, den Ball aus zwei Metern am leeren Tor vorbei zu schieben. Wir haben zwei unnötige Punkte verloren und ein Teil ist meine Schuld, sagte der Niederländer, der mit dafür sorgte, dass der Gäste-Keeper weiter eine makellose Bilanz hat. Die Mannschaft hat sehr gut gespielt. Alleine kann man da nicht viel machen, lobte Schäfer seine Vorderleute.
Am Ende konnten die Gäste aber nicht nur das Remis wie einen Sieg feiern, neben dem Zähler war den Franken auch der Respekt des Rekordmeisters sicher. Wenn ich einem Verein notgedrungenermaßen einen Punkt geben muss, dann ist das der 1. FC Nürnberg. Da wird gute Arbeit geleistet, lobte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Kollege Bader genoss den Zuspruch sichtlich, doch noch bleiben beim einstigen Fahrstuhl-Club alle auf dem Teppich: Unser Ziel ist es, den Verein langfristig in der Bundesliga zu etablieren. Da sind wir auf einem guten Weg.
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