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Nürnberg weiter im Höhenflug - 96 in Krise | 2006-08-27


Düsseldorf - Der 1. FC Nürnberg bleibt die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. Mit einem 0:0 gegen den Tabellenführer kann ich leben, sagte Bayern Münchens Chefcoach Felix Magath nach der Nullnummer im bayerischen Prestigeduell nicht ohne Ironie.

Für die Franken ist es der beste Saisonstart seit 1967/68. Damals legten sie auch mit zwei Siegen und einem Unentschieden los - und wurden bis dato zum letzten Mal deutscher Meister. Wir genießen das jetzt, wissen es aber auch richtig einzuordnen, meinte FC- Schlussmann Raphael Schäfer nach dem Überraschungscoup an der Isar.

Auch sein Trainer Hans Meyer hält trotz des glanzvollen Starts nichts von Träumereien. Wenn wir Platz acht bis zwölf erreichen, ist das fantastisch, betonte er. Schließlich hätte auch nicht viel gefehlt, dann wären die Nürnberger schon am 3. Spieltag wieder von der Spitze herunter geholt worden. Doch dank der Schusseligkeit von Bayern-Torjäger Roy Makaay, der in der 48. Minute das leere Tor nicht traf und damit den Spott (Roy Vorbaay, Roy Machtkeins) auf sich zog, blieben die Nürnberger vor den punktgleichen Bayern und Schalke 04 (je 7 Punkte) auf dem Platz an der Sonne. Die Königsblauen hatten mit einer meisterlichen Vorstellung Werder Bremen 2:0 besiegt.

Beim FC Bayern, der noch keine Champions-League-Reife nachwies, hofft man nun auf Mark van Bommel. Der für sechs Millionen Euro vom FC Barcelona verpflichtete Niederländer soll die von Michael Ballack hinterlassene Lücke im Mittelfeld schließen. Wir hatten das Gefühl, dass da ein ziemliches Loch hinter den Spitzen ist, begründete Münchens Manager Uli Hoeneß das Engagement.

Bei Borussia Dortmund hat sich bereits ein später Transfer bezahlt gemacht. Der brasilianische Kämpfer Tinga erwies sich bei seinem Bundesliga-Debüt beim VfB Stuttgart (3:1) bereits als neuer Motor des Teams. Dagegen war man bei den Schwaben nach der zweiten Heimpleite (zuvor 0:3 gegen Nürnberg) um Schadensbegrenzung bemüht. Die Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt und gefightet hat, hat nichts mit einem Heimkomplex zu tun, wehrte sich VfB-Coach Armin Veh.

Alles andere als eine Festung ist auch die BayArena, wie das mäßige 1:1 von Bayer 04 Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg bewies. Das war ein Dämpfer, meinte Bayer-Trainer Michael Skibbe, dessen Team nach der Vorstellung von Bremen schon zum Geheimfavoriten hochgejubelt worden war.

Grund zum Frohlocken hatten dagegen zwei Aufsteiger. Nach 36 Jahren gelang Alemannia Aachen mit dem 3:0 bei Hannover 96 wieder ein Sieg in der Bundesliga. Ich hatte schon vorher ein gutes Gefühl. Aber 3:0, das hätte sich keiner denken können, sagte Aachens Mittelfeldspieler Christian Fiel. Es passte zum Hochgefühl, dass Alemannia-Manager Jörg Schmadtke bestätigte, den Brasilianer Ailton gern zum Tivoli holen zu wollen. Den Spaß verloren hat 96-Trainer Peter Neururer, der nach drei Niederlagen und 2:11 Toren um seinen Job bangen muss.

Auch beim VfL Bochum forderten die Fans nach dem 0:1 im Aufsteiger-Duell mit Energie Cottbus den Rauswurf von Trainer Marcel Koller. Ich bin enttäuscht, dass es schon nach drei Spielen so weit ist, sagte der Schweizer, aber das weckt mein Kämpferherz. Während an der Ruhr Angst vor dem sechsten Abstieg seit 1993 aufkommt, keimt die Hoffnung in Cottbus auf den Klassenverbleib. Man hat uns nichts zugetraut. Jetzt haben wir vier Punkte und es wird nicht dabei bleiben, prophezeite Energie-Coach Petrik Sander.

Lange zittern musste Borussia Mönchengladbachs Trainer Jupp Heynckes um den 1:0-Erfolg gegen Arminia Bielefeld. Es war ein hart erarbeiteter Sieg, gab er nach dem Tor des Tages von Kahe erleichtert zu. Die nach unten durchgereichten Bielefelder sind nun in doppelter Not, da ihnen die Stürmer ausgegangen sind. Nach den Ausfällen von Fatmir Vata und Sibusiso Zuma erlitt nun auch Angreifer Abdelaziz Ahanfouf einen Wadenbeinbruch. Ich habe keinen Spielerpass mehr. Ich werde keine Verstärkung sein, sagte Arminia-Coach Thomas von Heesen mit Galgenhumor zu der prekären Lage.


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