Frankfurt/Main - Nach dem Spießrutenlauf im brisanten Rhein- Main-Derby beim FSV Mainz 05 holte sich Eintracht Frankfurts Stürmer Michael Thurk beim Trikottausch mit Kumpel Mimoun Azaouagh in der Kabine seines Ex-Vereins ein wenig Aufmunterung.
Von den ehemaligen Kollegen wurde der Abtrünnige nach dem gerechten 1:1 (0:1) wesentlich freundlicher empfangen als zuvor von den Mainzer Fans, die ihren früheren Torjäger bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen hatten. Das hat mich kalt gelassen. Die Pfiffe haben mich nicht beeindruckt, sagte Thurk.
Vielmehr haderte der 30-Jährige wie alle Frankfurter mit dem Ausgang der Partie, die der Gast nur mit neun Spielern beendete. Ich denke, mit elf Mann hätten wir gewonnen, kommentierte Thurk die Platzverweise für Christoph Spycher (64.) und Aleksandar Vasoski (88.). Beim Feldverweis für Vasoski hat sich der Schiedsrichter von den Zuschauern mitreißen lassen. Das Foul war nicht gesundheitsgefährdend, meinte der erneut überragende Eintracht- Torwart Markus Pröll.
Sechs Minuten vor Ultimo glich Ranisav Jovanovic die Eintracht- Führung durch Ioannis Amanatidis (25.) aus und riss die dezimierten Frankfurter damit aus ihren Sieg-Träumen. Wenn der Ausgleich so kurz vor Schluss fällt, ist das ein bisschen enttäuschend. Ein Erfolg hätte uns gut getan, gestand Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen nach dem dritten Remis im dritten Saisonspiel.
Zu elft hätten wir den Sieg über die Runden gebracht, meinte Amanatidis. In diesen Chor stimmte auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel ein. Ich bin sicher, dass die Mainzer kein Tor gemacht hätten, wenn wir komplett gewesen wären, sagte Funkel. Mit dem spielerisch dürftigen, aber kämpferisch überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft war er dennoch zufrieden. Es ist bewundernswert, wie das Team die vielen Rückschläge weggesteckt und sich aufopferungsvoll dagegen gestemmt hat. Diese Moral ist fantastisch, lobte Funkel.
Dies traf auch auf die Gastgeber zu, die sich die Punkteteilung durch ihre unermüdlichen Bemühungen redlich verdienten. Wir haben nicht perfekt gespielt, uns hat zu oft die Ruhe gefehlt. Aber wir haben nach dem Rückstand nichts mehr zugelassen. Mit dem Unentschieden können wir leben, bilanzierte Trainer Jürgen Klopp. Für Manager Christian Heidel war der späte Ausgleich Gold wert. Für uns war das ein besonderes Spiel. Eine Niederlage hätte sehr wehgetan, gestand Heidel.
Auf Wolke sieben schwebte Jovanovic, der die Mainzer mit seinem ersten Bundesligator vor der drohenden Niederlage bewahrte. Das ist ein geiles Gefühl und Anlass zum Feiern, sagte der Joker. Kapitän Manuel Friedrich fand die 90 Minuten dagegen gar nicht lustig. Wir haben ein doofes Gegentor gefangen und sind dem hinterhergerannt. Ich bin total unzufrieden, erklärte der Nationalspieler, der am Wochenende in der EM-Qualifikation gegen Irland wohl von Beginn an zum Zuge kommen wird.
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