Hamburg - Fußball-Bundesligist Hamburger SV dringt mit der Champions League wirtschaftlich in neue Dimensionen vor. Der Personaletat für die Profi-Mannschaft steigt inklusive aller Prämien für die Champions League auf 35 Millionen Euro, sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann.
So viel habe der Verein seinen Spielern noch nie bezahlt, sagte er dem Magazin SPORT BILD. Vergangene Saison lag das Lizenzspieler-Budget bei 31 Millionen Euro. Der Club hat laut Hoffmann einen Rekordetat erreicht: Wir planen mit 120 Millionen Euro. Das ist ein riesiger Sprung. In der abgelaufenen Saison lagen wir bei zirka 100 Millionen Euro.
Wie die Mannschaft (1,5 Millionen Euro) bekommen auch alle anderen Mitarbeiter des HSV von der Verwaltung bis zu den Betreuern für die Qualifikation für die Champions League einen finanziellen Bonus. Der Einzug in die Champions League ist für jeden Angestellten die Krönung der Arbeit der vergangenen drei Jahre. Also wird auch jeder mit einer Prämie belohnt, sagte Hoffmann.
Die Spieler verdienen hier gutes Geld, sagt Hoffmann, dessen Club mit drei Unentschieden in die Bundesliga gestartet ist. Er stellt aber klar: Wir dürfen uns keinen Klotz ans Bein binden, der eine Champions-League-Teilnahme jedes Jahr zur Pflicht macht. Wir müssen behutsam mit dem Gehaltsgefüge umgehen. Deshalb wurden die Verhandlungen mit dem Verteidiger Thimothee Atouba, dessen Gehalt bei gleichzeitiger Vertragsverlängerung bis 2010 angehoben werden sollte, vorerst abgebrochen. Der 24-jährige Nationalspieler Kameruns, der aktuell rund eine Million Euro pro Jahr verdient, hatte zu viel gefordert.
Der seit Wochen verletzte Atouba sorgte danach mit scharfer Kritik am Vorstand für Unruhe. Der Vorstand hat mich behandelt wie einen dummen Jungen, sagte Atouba vor dem Abflug in seine Heimat, wo er seine hartnäckige Verletzung im Adduktoren-Schambeinbereich eine Woche auskurieren will. Sie haben mir seit Mai vier Mal einen neuen Vertrag versprochen und das Versprechen immer wieder gebrochen, beschwerte er sich. Wenn ich nächste Woche nach Hamburg zurückkomme, wird alles anders sein als vorher. Ich kenne jetzt den Präsidenten und den Sportdirektor. Sie denken nur ans Geschäft und ans Geld, klagte der Publikumsliebling in Hamburger Medien.
Sportchef Dietmar Beiersdorfer will die Kritik so nicht stehen lassen: Atouba hat fünf Minuten über den neuen Vertrag nachgedacht und dann abgelehnt. Das Thema ist durch. Er hat noch drei Jahre Vertrag. Für seinen Gang in die Öffentlichkeit muss der Spieler mit einer Geldstrafe rechnen. Beiersdorfer: Wenn er drei Mal die Linie hoch und runter läuft, will er mehr Geld. In Basel und Tottenham war es ähnlich.
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