Freiburg - Volker Finke, ehemaliger Trainer des SC Freiburg, darf vorläufig nicht Mitglied des badischen Fußball-Zweitligisten werden.
Das habe der Vereinsvorstand dem 59-Jährigen in einem Schreiben mitgeteilt, bestätigte Stocker der Deutschen Presse-Agentur dpa einen entsprechenden Bericht der Badischen Zeitung. In ihrer Ausgabe hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass Finke einen Mitgliedsantrag gestellt hat.
In dem Antwortschreiben heißt es, Finkes Verdienste als langjähriger Trainer des SC Freiburg würden nur durch eine Ehrenmitgliedschaft adäquat zum Ausdruck gebracht. Eine entsprechende Ernennung komme aber angesichts der Aufregungen und Dissonanzen rund um die Trennung zwischen dem SC Freiburg und Ihnen erst nach einer entsprechenden Frist in Frage.
Finke reagierte überrascht und verwundert, dass ihm der Verein keine normale Mitgliedschaft ermöglichen will. Als Fußballlehrer mit einer gültigen Lizenz muss ich Mitglied eines eingetragenen Fußballvereins sein, sagte Finke der Badischen Zeitung. Da er seit Jahren aktives, förderndes Mitglied der Fußballschule und Gründungsstifter sei und sich zudem in dem Verein viele Jahre sehr wohl gefühlt habe, sei es doch nachvollziehbar, dass er mit seiner Schlüsselabgabe beim Sportclub einen Mitgliedsantrag gestellt hat ohne jeden Hintergedanken. Als Angestellter des Vereins ging das ja aus juristischen Gründen noch nicht.
In dem Schreiben, von dem Finke nach eigenen Angaben noch keine Kenntnis hat, heißt es weiter, eine normale Vereinsmitgliedschaft kurz nach der Trennung würde gegebenenfalls nur zu weiteren Mutmaßungen und Spekulationen in den Medien führen und im Umfeld des Vereins erneut Unfrieden stiften.
Hintergrund der zunächst abgelehnten Mitgliedschaft sind offenbar Befürchtungen, ein Vereinsmitglied Finke könnte auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 17. September für erneute Konflikte sorgen. Dass ich mich da hinstelle und irgendwelche Reden schwinge, ist doch völlig absurd und abwegig, meinte Finke und erklärte: Ich wundere mich, dass so ein kleiner Zettel für so eine große Aufregung sorgt.
Finkes Vertrag als Freiburger Trainer war zum Ende der vergangenen Saison nach 16 Jahren nicht mehr verlängert worden, obwohl die Mannschaft nach schwacher Hinrunde noch fast den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft hätte. Eine Fan-Initiative Wir sind Finke hatte versucht, den Trainer gegen den Willen des Vereinsvorstandes im Amt zu halten.
Stocker erklärte, dass den sonstigen Mitgliedsanträgen hingegen zugestimmt werde. Zuletzt hatte der Club, der inzwischen von Robin Dutt trainiert wird, einen allgemeinen Mitgliederstopp verhängt. Die Fan-Initiative hatte versucht, durch Masseneintritte eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erzwingen, die die Trennung von Finke rückgängig machen sollte.
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