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Löw fordert Traumstart: Wir wollen sechs Punkte | 2006-08-30


Stuttgart - Trotz einer Notlösung in der Abwehr fordert Joachim Löw vom WM-Dritten Deutschland zwei Siege beim Start in die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2008.

Den Bundestrainer schreckt vor seinen ersten Pflichtspielen gegen Irland und San Marino weder das Wagnis mit Arne und Manuel Friedrich im Deckungszentrum noch der von Torwart Jens Lehmann weiter zugespitzte Schuhstreit der Nationalspieler mit dem DFB. Die Zielsetzung ändert sich nicht. Wir wollen bei dem Doppelspieltag möglichst gut aus den Startlöchern kommen. Wir wollen sechs Punkte erreichen, sagte Löw.

Am zweiten Tag der Vorbereitung stand der 46-Jährige in Stuttgart bei der Lösung des Abwehr-Notstandes praktisch noch am Anfang. Denn der als Ersatz-Abwehrchef eingeplante Arne Friedrich konnte am Morgen erneut nicht mit der Mannschaft trainieren, sondern absolvierte mit dem geschonten Mittelfeldspieler Bernd Schneider lediglich eine Krafteinheit im Team-Hotel. Bei Arne besteht das Problem, dass er weiterhin eine Magen-Darm-Grippe mit sich herumschleppt, sagte Löw.

Diese sei zwar im Abklingen, trotzdem läuft Löw in der Vorbereitung auf das Irland-Spiel im Stuttgarter Daimler-Stadion die Zeit davon. Denn eigentlich sollten Arne und Manuel Friedrich intensiv miteinander trainieren. Wir müssen sehen, dass wir da Harmonie reinkriegen, betonte Löw.

Der 46-Jährige setzt notgedrungen Vertrauen in den doppelten Friedrich. Der nachnominierte Neuling Alexander Madlung vom VfL Wolfsburg ist nur im Notfall gegen Irland vorgesehen. Arne und Manuel Friedrich spielen die Position auch im Verein, sagte Löw, der den Ausfall der kompletten WM-Innendecker beklagt. Ich möchte jetzt aber nicht jammern, die Spieler sind halt nicht da, sagte er mit Hinweis auf die verletzten Mertesacker, Metzelder, Huth und Nowotny.

Arne Friedrich will unbedingt auflaufen. Ich bin einsatzfähig, aber fit bin ich noch nicht, berichtete er. Der 27-Jährige ist mit 43 Länderspielen der erfahrenste Abwehrspieler im Aufgebot. Der Mainzer Manuel Friedrich kann dagegen nur auf 45 Länderspiel-Minuten beim jüngsten 3:0 gegen Schweden verweisen. Wir sollten uns nicht den Kopf zerbrechen über die Abwehr und zu viele Gedanken über die machen, die fehlen, empfahl Arne Friedrich.

Wegen der Versetzung von Friedrich I. nach innen, wird Philipp Lahm (26 Länderspiele) erneut rechts in der Kette spielen, der Gladbacher Marcell Jansen (9 Einsätze) darf wie gegen Schweden wieder links ran. Ich sehe kein Problem darin, rechts zu spielen. Die zwei Spiele, die ich dort gemacht habe, waren doch auch in Ordnung, sagte der Münchner Lahm im Rückblick auf die letzten Partien gegen Schweden und um Platz drei bei der Weltmeisterschaft gegen Portugal (3:1).

Lahm will das Abwehrproblem nicht überbewerten, er baut vielmehr auf die insgesamt intakte Formation: Wir haben größtenteils noch die Mannschaft, die bei der WM dabei war. Auch Löw setzt absolutes Vertrauen in die WM-Akteure, zumal in erster Linie gegen Irland die Offensive gefordert ist und der von einer Hüftverletzung genesene Kapitän Michael Ballack weitere Stabilität geben soll. Er ist ein Spieler, an dem sich die anderen aufrichten können, sagte Löw.

Der Bundestrainer will im Heimspiel gegen die Iren noch ein letztes Mal die WM-Euphorie entfachen, er bereitet Spieler und Fans aber auch schon auf den schwierigen Weg zur EM-Endrunde 2008 vor. Wir müssen nach vorne schauen und nicht mehr zurück. Wir müssen neue Ziele setzen, neue Aufgaben angehen, eine neue innere Motivation entwickeln. Die Spiele, die jetzt kommen, können zäher und langatmiger werden, warnte Löw. Schon gegen Irland werde man versuchen müssen, den vermutlich sehr defensiv ausgerichteten Gegner mit einer exzellenten Mannschaftsleistung in die Knie zu zwingen.


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