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Frankreich schießt Italien in die Krise | 2006-09-07


Paris/Rom - Schluss mit Dolce Vita - mit seiner eindrucksvollen WM-Revanche hat Frankreich die Italiener beim der 1:3-Pleite endgültig aus ihren süßen Weltmeister-Träumen gerissen.

Vorausgegangenen war der blamablen Niederlage ein 1:1 gegen Litauen. Nun muss der vierfache Fußball-Weltmeister um seine Europameisterschafts-Teilnahme und der neue Trainer Roberto Donadoni um seinen Job bangen, auch wenn Verbands-Vizepräsident Demetrio Albertini noch Treueschwüre leistet: Donadoni verteidigen wir bis zum Ende.

Italiens Presse sieht dieses Ende aber schon sehr nahe: Diese Blamage hinterlässt Spuren, klagte die La Gazzetta dello Sport, die in fetten Lettern auf ihrer Titelseite feststellte: Der Spaß ist vorbei. Es sieht schlimm aus, meinte der Corriere della Sera. Und auch La Repubblica hat wenig Hoffnung: Alles lief schief.

Für Donadoni und seine Azzurri wird das nächste EM- Qualifikationsspiel am 7. Oktober gegen die Ukraine zum Endspiel. Jetzt müssen wir gegen die Ukraine und Georgien gewinnen, sieht sich der Nachfolger des gefeierten Marcello Lippi selbst mit dem Rücken an der Wand. Bei uns herrscht Alarmstufe Rot, versuchte Kapitän Fabio Cannavaro das Debakel im Stade de France gar nicht erst schön zu reden.

Nach nur zwei Minuten hatte Sidney Govou die Franzosen schon mit 1:0 in Führung gebracht, Thierry Henry erhöhte in der 17. Minute auf 2:0. AC Mailands Stürmer Alberto Gilardino (20.) brachte die Italiener zwar noch einmal ins Spiel zurück, den Ton gaben aber weiter die Platzherren an, ehe Joker Govou mit seinem zweiten Treffer in der 55. Minute den Sieg perfekt machte.

Wir können damit nicht glücklich sein, räumte auch Donadoni den Rückschlag ein. Die magischen deutschen Nächte sind vorbei, klagte die La Gazzetta dello Sport. Das bei der WM noch unüberwindbare Abwehr-Bollwerk bröckelt, Regisseur Andrea Pirlo scheint sein Drehbuch verlegt zu haben und der beim 1:1 gegen Litauen noch als einziger Lichtblick gefeierte Antonio Cassano war im Sturm harmlos.

Unaufmerksam seien seine Azzurri gewesen, meinte Donadoni. Schuld sei die mangelnde Vorbereitung. Die Nationalelf muss jetzt für das Skandal-Chaos in Italien zahlen. Wegen des auf das kommende Wochenende verschobenen Ligastarts fehle den Italienern im Gegensatz zu ihren Gegnern in der EM-Qualifikation die Spielpraxis. Wir machen uns Sorgen, aber wir schaffen das, glaubt Gianluca Zambrotta an das Comeback der WM-Helden. Ein Debakel wie 1983 werde es nicht geben, als der frisch gebackene Weltmeister Italien kläglich in der EM- Qualifikation scheiterte.

Während in Italien das große Zittern begann, genoss Frankreichs Trainer Raymond Domenech die Genugtuung über die gelungene Revanche: Ich bin glücklich. Erst Brasilien bei der WM und jetzt Italien, freute sich Domenech, dass sich seine Equipe in diesem Sommer das Prädikat Weltmeister-Schreck verdient hat. Wir waren besser als der Weltmeister, sagte Domenech. Nach zwei glatten Siegen sind die auch ohne ihren abgetretenen Superstar Zinedine Zidane auf Weltklasse-Niveau spielenden Franzosen bereits auf bestem Weg zur EM- Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz.


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