FINALTICKET: In letzter Minute und völlig unverhofft hat der neun Jahre alte Matthias aus Wuppertal zwei Tickets für das WM-Finale in Berlin bekommen.
Wie die Rundfunkagentur dpa-Rufa berichtete, marschierte der Junge als einmillionster Besucher in den Berliner WM-Globus vor dem Brandenburger Tor. Das erwies sich als Volltreffer: Matthias kann nun mit seinem Vater zum Endspiel.
MUSIKALISCHER TROST: Xavier Naidoo (34), deutscher Popstar, plant nach dem unglücklichen Aus von Ballack & Co. im WM-Halbfinale gegen Italien einen Song für die deutsche Nationalmannschaft. Nach einem Bericht des Mannheimer Privatsenders Radio Regenbogenhat sich der Sänger nach dem Halbfinal-Thriller hingesetzt und einen Text geschrieben. Ich habe versucht, das in Worte zu fassen, was ich in letzter Zeit durch die Nationalmannschaft erleben durfte. Dabei habe er sich bemüht, auch die Spieler mit in den Text einfließen zu lassen, sagte der Popsänger dem Sender. Ob daraus ein neuer Hit werde, sei noch nicht klar. Allerdings könnte sich Naidoo gut vorstellen, auch gemeinsam mit der Nationalmannschaft ins Studio zu gehen, um den Song aufzunehmen, hieß es. Den Naidoo-Hit Dieser Weg hatte die Klinsmann-Elf vor jedem Spiel in der Kabine als Motivitationsspritze aufgelegt.
SCHWEIN GEHABT: Niedersachsens Schweinemäster sehen sich auch schon vor dem Finale als WM-Gewinner. Wie aus der Zentrale des Bauernverbandes in Hannover verlautete, hat die Branche enorm von der Fußball-WM und dem guten Grillwetter profitiert. Man habe auf dem Markt im Juni Preise erzielt wie seit zwei Jahren nicht mehr, teilte das Landvolk mit. Das Angebot habe für die sehr gute Nachfrage teils nicht ganz ausgereicht. Seit Beginn der WM sei auf dem Schweinemarkt ein zusätzlicher Schub zu spüren gewesen. In Niedersachsen gibt es rund 16 000 Betriebe mit insgesamt acht Millionen Schweinen.
GELD HER: Unter der vielleicht etwas kecken Überschrift Die Welt lässt Geld bei Freunden teilt die Dresdner Bank zum Ende der WM mit, dass das Turnier zu einem Ansturm auf die Geldautomaten geführt habe. Die Zahl der Auszahlungen sei im Juni im Vergleich zum April um 41,7 Prozent gestiegen, teilte die Bank in Frankfurt mit. Im Durchschnitt hoben die Kunden an den EC-Automaten während der Weltmeisterschaft knapp 220 Euro ab. Auch Bargeld-Auszahlungen über Kreditkarten nahmen während der Weltmeisterschaft um 26,9 Prozent zu.
VERBOTEN UND HOCHPROZENTIG: In der China-Metropole Hongkong hat das Interesse an der WM den Alkoholumsatz in Bars parallel zur Piraterie beim Pay-TV angekurbelt. Mindestens ein Drittel aller öffentlichen Vorführungen der Spiele in Bars und Clubs werde auf illegaler Basis durchgeführt, teilte der Verband der Kabel- und Satelliten-Übertragungsbranche (CASBAA) mit. Gleichzeitig teilten die Restaurateure über ihren Verband mit, dass der eigene Umsatz als Folge der WM um 50 Prozent gestiegen sei. Besonders gerne würden sich die Kneipiers in die an sich gebührenpflichtigen Übertragungen aus den Philippinen und Südafrika einklinken. Diese alarmierende Ausbreitung von TV-Piraterie sei nicht gut für Hongkongs Ruf als Weltstadt, meinte CASBAA.
SCHACHFUSSBALLERINNEN: Eine enge Verbundenheit zwischen Fußball- WM und Schach wollen an diesem Wochenende 32 Schachspielerinnen in Dresden demonstrieren. Beim Women-Chess-Cup 2006 tragen die Schachamazonen aus den WM-Teilnehmerländern ein Schnellturnier nach dem gleichen Modus wie die Kicker aus. Zunächst werden in der Vorrunde Gruppensieger und -zweite ermittelt. Anschließend geht es im K.o.-System bis zum Finale weiter. Der Preisfonds für die originelle Veranstaltung beträgt 15 000 Euro. Das Teilnehmerfeld der klugen Damen ist hochkarätig, freute sich Turnierdirektor Dirk Jordan. Deutschland habe noch nie so ein starkes Frauen-Schachturnier gesehen. Am Start sind unter anderen Ex-Weltmeisterin Zsuzsa Polgar (USA), Ex-Europameisterin Pia Cramling (Schweden) und Marie Sebag (Frankreich). Für Deutschland startet Junioren-Weltmeisterin Elisabeth Pähtz aus Erfurt.
WAU WAU: Ein Tierhändler aus der nordwestindischen Stadt Jaipur will junge Hunde aus Teilnehmerländern des WM-Viertelfinales importieren, ihnen Fußball beibringen und sie dann versteigern. Die Tiere würden nach Stars der jeweiligen Mannschaften benannt, sagte Viren Sharma vom Tierladen International Dog Bazaar der Nachrichtenagentur IANS. Aus Deutschland solle eine Dogge, aus Italien ein Windhund, aus der Ukraine ein Husky und aus Brasilien eine Bordeauxdogge nach Indien gebracht werden. Bestellt seien zudem ein Bluthund aus Portugal, eine argentinische Dogge und jeweils eine Bulldogge aus Frankreich und England. Spezialisten sollten den jungen Hunden als Fußballballtrainer dienen, sagte Sharma. Der Mindestpreis für den teuersten Hund, Ronaldo aus Brasilien, solle bei 75 000 Rupien (rund 1280 Euro) liegen.
ÜBERRASCHUNG: Gemeinsam mit sieben Mannschaftskameraden und Teammanager Oliver Bierhoff war Jens Lehmann bei einem Empfang im Bundeskanzleramt zu Gast. Nach einem Rundgang wurde über Fußball geplaudert. Bei der Kanzlerin war es sehr, sehr locker. Sie hat einen lockeren und informierten Eindruck hinterlassen, was uns alle überrascht hat. Wie viel sie wusste über Fußball, sagte Lehmann, der auch von einem guten Essen sprach. Die einzige, die dazu nicht gekommen ist, war sie, weil sie so viel reden musste.
MUSEUMSSTÜCK: Der kleine weiße Spickzettel vor dem Elfmeter-Krimi gegen Argentinien brachte Jens Lehmann den Erfolg, die Zukunft des Papierchens ist ungewiss. Das mit dem Sportmuseum ist sicherlich eine gute Anregung, sagte Lehmann, der den Zettel entgegen anderer Gerüchte noch in seinem Besitz hat. Amüsiert nahm er zur Kenntnis, was angeblich alles auf dem kleinen Blatt drauf gestanden haben soll. Er ist abgedruckt worden, aber völlig falsch.
KAUGUMMI: Ein Balljunge des Italien-Spiels wurde von Jens Lehmann für einen ganz besonderen Botendienst gebraucht: Er sollte auf der Reservebank den Ersatzkaugummi holen. Normalerweise reicht ein Kaugummi für ein ganzes Spiel und ich hatte schon in der Halbzeit gewechselt, sagte der Torwart, dem die Konsistenz des neuen Kaugummis nicht passte. Der Balljunge hat zuerst nicht verstanden, was ich wollte - aber dann ist er los geflitzt.
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