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Trotz Überredungsversuch: Pekerman sagt Nein | 2006-07-19


Buenos Aires/Frankfurt - Auch ein Überredungsversuch von Verbandspräsident Julio Grondona blieb ohne Erfolg - die argentinische Fußball-Nationalmannschaft braucht einen neuen Trainer.

Der nach dem WM-Aus im Viertelfinale gegen Deutschland zurückgetretene José Pekerman beharrte bei diesem Gespräch auf seiner Entscheidung. Pekerman wird die Seleccion nicht weiterführen. Das hat er mir gesagt, wurde Grondona in argentinischen Medien zitiert.

Wir sehen nun, wie es weitergeht, sagte der frustrierte AFA-Chef der Fachzeitung Olé. Ihr Interesse am vakanten Posten haben bereits eine Vielzahl illustrer Kandidaten bekundet. Darunter unter anderen Diego Armando Maradona, dessen ehemaliger Auswahlkollege Gabriel Batistuta, Ex-Mexico-Coach Ricardo La Volpe (gebürtiger Argentinier) oder der WM-Coach von 1986 und 1990, Carlos Bilardo, sowie Carlos Bianchi.

Denkbar wäre allerdings auch das Modell Deutschland. So wie Assistenztrainer Joachim Löw durch den Rücktritt von Jürgen Klinsmann auf den Chefposten rückte, könnte die Stunde von Hugo Tocalli schlagen, nachdem er bereits bei den Junioren-WM-Titeln (1995, 1997 und 2001) Pekerman zur Seite gestanden hatte. Er könnte das Projekt seines Vorgängers fast nahtlos fortsetzen, nachdem Pekerman vor zwölf Jahren das Amt des U-20-Coaches mit Tocalli übernommen hatte. In seinem WM-Kader in Deutschland standen 13 Spieler, mit denen beide bereits als Junioren-Trainer gearbeitet hatten.

Im Herbst 2004 war Pekerman zum Cheftrainer und damit zum Nachfolger von Marcelo Bielsa ernannt worden. Am 30. Juni in Berlin erfolgte nach dem verlorenen Elfmeter-Krimi der sofortige Rücktritt. Nun, knapp drei Wochen später, sei Pekerman noch immer der Meinung, dass sich der Kreis geschlossen habe, meinte Grondona.

Für Assistent Tocalli könnte unterdessen auch die Zeit sprechen. Denn am 16. August tragen die Argentinier ihr erstes Länderspiel nach der WM in Südafrika, dem nächsten WM-Gastgeber, aus. Grondona will bis dahin nach Möglichkeit die endgültige Lösung präsentieren.

Bis zu seinem Gespräch hatte der als Vize-Präsident des Weltverbandes FIFA länger als die argentinische Delegation in Deutschland gebliebene Grondona hoffnungsfroh erklärt, dass er sich eine Wende im Fall Pekerman wünsche. Unterstützung hatte er dabei von Medien, die den ehemaligen Cheftrainer anfangs des Öfteren hart kritisiert hatten, und der Bevölkerung bekommen. So erzielte Pekerman in Umfragen die höchsten Werte.


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